Kapitel 114 - Der Händler von Tripolis
- empirewebnovel
- 3. März 2025
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Es war ein warmer Sommertag in Tripolis, und die Stadt pulsierte im Rhythmus des Meeres. Der salzige Duft der Wellen lag in der Luft, getragen von sanften, warmen Winden, die über die geschäftigen Straßen strichen. Die Geräusche des Hafens vermischten sich mit dem Stimmengewirr der Händler, die lautstark ihre Waren anpriesen, und dem gelegentlichen Lachen von Matrosen, die von ihren Schiffen in die Tavernen strömten.
Überall war Bewegung. Karren rollten über das Pflaster, beladen mit frischem Fisch, exotischen Gewürzen und bunten Stoffen, während Kunden feilschten und Geschäfte abschlossen.
Ein paar Straßen weiter, in einem von Zitronenbäumen gesäumten Garten, tobten spielende Kinder herum, ihre unbeschwerte Freude ein Kontrast zum geschäftigen Treiben der Erwachsenen.
Plötzlich erstarrte eines der Kinder mitten im Spiel. Seine Augen wurden groß, und mit ausgestrecktem Finger deutete es aufgeregt in den Himmel.
„Da oben! Da fällt etwas!“
Die anderen hielten inne, drehten sich ruckartig um und folgten dem ausgestreckten Arm ihres Freundes.
„Was ist das?“ fragte eines von ihnen, die Stirn gerunzelt.
„Ich glaube… das ist ein Mensch“, flüsterte ein anderes, ungläubig.
„Mama, guck mal!“ rief ein kleiner Junge mit heller Stimme. „Da fällt eine Frau vom Himmel!“
Neugier und eine Spur Besorgnis spiegelten sich in den Gesichtern der Kinder, als sie den sinkenden Schatten beobachteten, der sich rasend schnell der Erde näherte.
Die Mutter, die gerade mit einem Korb voller Granatäpfel aus dem Haus trat, folgte dem Finger ihres Sohnes. Ihre Augen suchten den Himmel ab, verengten sich gegen das helle Sonnenlicht, während sie versuchte, die fallende Gestalt zu erkennen. Doch bevor sie ausmachen konnte, wer oder was dort herabstürzte, verschwand die Silhouette hinter den Dächern der Stadt.
—KWAMM—
Ein gewaltiger Knall erschütterte den Garten.
Ein plötzlicher Luftstoß raste durch die Gassen, ließ Staub aufwirbeln und fegte durch die Wäsche, die zwischen den Häusern zum Trocknen hing. Die Zitronenbäume erzitterten, einige Blätter wurden losgerissen und segelten träge zu Boden.
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Begeistert schritt Leyla durch die Straßen von Tripolis.
Noch nie war sie so weit im Süden gewesen. Genau genommen hatte sie das Kaiserreich noch nie zuvor verlassen. Die exotische Welt um sie herum war faszinierend – die tropischen Palmen, deren breite Blätter sanft im warmen Wind raschelten, die leuchtenden Früchte, die an den Bäumen hingen, reif und süß duftend. Selbst die Luft war anders. Sie schmeckte nach Salz und Sonne, nach Gewürzen und Meer. Nach Leben.
Alles wirkte lebendig, farbenfroh, voller Energie.
Und doch nagte in ihrem Inneren eine unangenehme Regung.
Trauer. Ein Hauch von Schuld.
Denn sie war nicht hier, um diese Schönheit zu genießen. Nicht, um sich der Magie dieses Ortes hinzugeben. Sie war hier, um einen Krieg vorzubereiten. Einen Angriffskrieg gegen eben diesen friedlichen Ort.
Ihr Herz fühlte sich schwer an, als sie daran dachte. Natürlich hoffte sie, dass es mit so wenigen Opfern wie möglich ablaufen würde. Ein sauberer Sieg. Ein schnelles Ende. Doch sie wusste, wie selten Kriege so verliefen, wie naiv es war, auf Schonung und Mäßigung zu hoffen.
Am liebsten hätte sie darauf verzichtet, hätte den Inseln ihre Freiheit gelassen. Doch gegen die geballte Macht des Kaiserreichs hatten sie keine wirkliche Chance. Es war kein Kampf, den sie gewinnen konnten.
Ihre Augen wanderten über die Silhouetten der Stadt, bis ihr Blick an einem Gebäude hängen blieb.
Der Magieturm.
Majestätisch ragte er über Tripolis empor, sein heller Stein schimmerte im Licht der tiefstehenden Sonne. Hier lebten und arbeiteten die sieben mächtigsten Magier der Tabakinseln. Und ihr Auftrag war es, sie aus dem Weg zu räumen.
Doch wie?
Leyla presste die Lippen aufeinander. Natürlich könnte sie den gesamten Turm zum Einsturz bringen. Eine Geste roher, unmissverständlicher Gewalt. Doch wenn sie sich für diesen Weg entschied, würden Unschuldige sterben – Menschen, die nichts mit der Magie, nichts mit dem Konflikt zu tun hatten. Und wenn es eine Sache gab, die sie vermeiden wollte, dann war es unnötiges Blutvergießen.
Also musste sie eine andere Lösung finden.
Doch nicht heute.
Heute hatte sie andere Prioritäten. Zuerst musste sie eine Unterkunft finden.
Sie griff nach der kleinen Ledertasche an ihrem Gürtel und spürte das vertraute Klimpern der Münzen, die Eroica ihr mitgegeben hatte. Es war ein seltsames Gefühl. Zum ersten Mal seit über einem halben Jahr trug sie wieder Geld bei sich. Im Kaiserreich hatte sie nie welches gebraucht. Das Medaillon der Kaiserlichen Kopfgeldjäger reichte aus – mit diesem Abzeichen konnte sie jede Dienstleistung in Anspruch nehmen, ohne je eine einzige Münze zu zahlen.
Doch hier, in Tripolis, war sie nur eine Reisende mit einer gut gefüllten Tasche.
Von den Engelstempeln, von denen sie gelesen hatte, gab es hier keine. Keine Spur von den Erzengeln, kein Anzeichen für gläubige Bürger. ,,Hmm, wahrscheinlich ist das Buch nichts als ein Relikt der Vergangenheit.“
Während sie weiterging, änderte sich das Stadtbild. Die geschäftigen Straßen mit ihren bunten Marktständen und Tavernen lagen nun hinter ihr. Sie war in ein ruhigeres Viertel gelangt, ins Zentrum der Stadt.
Hier standen prachtvolle Villen, von hohen Mauern umgeben, mit großzügigen Gärten, in denen exotische Blumen in leuchtenden Farben blühten. Der Duft von Jasmin und Sandelholz lag in der Luft, ein sanfter Kontrast zum Trubel des Marktes.
Hier würde sie sicher keine Taverne finden.
Gerade als sie sich wieder umdrehen wollte, ertönte eine Stimme hinter ihr.
[???] „Kaiserliche Kopfgeldjägerin Leyla. Dürfte ich Euch zu einem Essen einladen?“
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Leyla hielt inne.
Ihre Schultern spannten sich leicht an, ein instinktiver Reflex, den sie nicht unterdrücken konnte. Doch sie ließ sich nichts anmerken, drehte sich langsam um und musterte den Mann, der sie angesprochen hatte.
Er wusste genau, wer sie war.
Das bedeutete, dass dies entweder eine freundliche Einladung war – oder der Auftakt zu etwas, das viel mehr war als ein bloßes Abendessen.
Vor ihr stand ein Mann von beeindruckender Statur. Seine Kleidung war aus feinster weißer Seide, mit kunstvollen Stickereien, die seinen Reichtum unverhohlen zur Schau stellten. Er war kräftig gebaut, mit breiten Schultern und einer selbstbewussten Haltung, die ihn größer wirken ließ, als er tatsächlich war. Sein schwarzer Vollbart war gepflegt, sein kurzes, graues Haar wild. Die Art, wie er sie ansah – ruhig, selbstsicher, mit einem Hauch von Belustigung – verriet, dass er jemand war, der an Einfluss gewöhnt war.
Mächtig. Wichtig. Jemand, der gewohnt war, dass andere ihm zuhörten.
Leylas Blick verengte sich leicht.
„Wer seid Ihr?“ fragte sie kühl, ihr Tonfall ruhig, aber wachsam.
Der Mann lachte, ein warmes, aber kalkuliertes Lachen.
„Ich bin Yanis Marghri.“ Er machte eine ausladende Geste mit der Hand, als ob allein sein Name genügen sollte. „Mir gehört die Marghrigruppe, eine der vier führenden Handelsgesellschaften auf den Tabakinseln.“
Leyla ließ sich seine Worte durch den Kopf gehen. Sie hatte von den Handelsgesellschaften gehört. Sie beherrschten die Wirtschaft der Inseln, kontrollierten die Warenströme und waren die wahren Herrscher der Tabakinseln. Wenn dieser Mann ihr mit einer Einladung entgegenkam, dann hatte er einen Plan.
,,Und was wollt ihr von mir?’’
Yanis lächelte, trat einen Schritt näher und musterte sie mit prüfendem Blick.
„Nun“, begann er langsam, als würde er jedes Wort auf die Goldwaage legen, „neben der angenehmen Gesellschaft einer schönen Frau gibt es natürlich auch Geschäftliches zu besprechen.“
Seine Stimme hatte einen sanften, fast charmanten Klang, doch Leyla ließ sich nicht täuschen. Männer wie er spielten das Spiel mit Worten ebenso gut wie mit Reichtum.
Dann legte er ihr eine Hand auf die Schulter. Ein harter, kräftiger Griff – nicht unangenehm, aber spürbar. Ein Statement.
„Wir sind hier direkt bei meinem Anwesen“, fügte er mit einem zufriedenen Lächeln hinzu.
Leyla überlegte nur kurz. Das hier könnte eine einmalige Gelegenheit sein. Schließlich war es nicht nur ihre Aufgabe, die Großmagi auszuschalten – sie musste auch die Händler davon überzeugen, die Kapitulation anzunehmen.
Ihr Blick blieb für einen Moment auf Yanis haften. Dann nickte sie knapp.
„Gut“, sagte sie ruhig. „Reden wir.“
Kurz, bestimmt, ohne Zögern. Sie würde sich von diesem Mann nicht einschüchtern lassen.
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Auf dem prachtvollen Tropenholztisch war ein wahres Festmahl angerichtet.
Krabbenbeine, umhüllt von einer dunkel schimmernden, würzigen Soße, dampfende Fischgerichte, Muscheln, die in aromatischen Kräutern gegart wurden, und saftiges, gewürztes Fleisch, das mit exotischen Beilagen serviert wurde. Dazwischen lagen Früchte in leuchtenden Farben – einige erkannte Leyla, doch viele waren ihr völlig fremd. Der süßlich Duft der Speisen vermischte sich mit dem sanften Rauch der Öllampen, die den Raum in warmes Licht tauchten.
Sie begann zu essen, während ihr Blick auf Yanis ruhte.
Er saß ihr gegenüber, entspannt zurückgelehnt, ein breites, zufriedenes Lächeln auf seinem Gesicht.
„Also, was möchtest du von mir?‘‘ fragte sie direkt. Sie hatte sich entschieden, auf die höfliche Sprechweise zu verzichten. Förmliche Titel waren auf den Tabakinseln nicht üblich – hier sprach man Klartext.
Yanis lehnte sich leicht nach vorne, sein Lächeln wurde schärfer.
„Nun, ich würde gerne wissen, was eine Auftragsmörderin des Kaisers in unserer schönen Tropenstadt zu suchen hat. Gewiss ist es nicht nur Euer Ziel, unsere Märkte zu begutachten, oder?‘‘
Seine dunklen Augen fixierten sie. Nicht herausfordernd, aber aufmerksam. Berechnend.
Leyla kaute langsam, ihre Gedanken arbeiteten.
Was sollte sie ihm erzählen? Dass sie einen Krieg vorbereitete? Dass sie sich nur ein Bild von der Stadt machen wollte? Beides würde zu viele Fragen aufwerfen. Stattdessen entschied sie sich für die dritte Option.
„Ich suche etwas in Mylrie. Du weißt nicht zufällig, wie ich dorthin gelangen könnte?‘‘
Yanis hob überrascht eine Augenbraue.
„Mylrie? Was könnte eine Frau wie du in der Stadt der Meriden zu suchen haben?‘‘
Leyla nahm einen Schluck von dem tiefroten Wein. Sein kräftiger Geschmack brannte angenehm in ihrer Kehle.
Dann setzte sie das Glas mit einem leichten Klirren ab und antwortete fest:
„Beantworte meine Frage. Was ich dort suche, geht dich nichts an.‘‘
Yanis hob beschwichtigend die Hände, sein Lächeln blieb gelassen.
„Nun, es gibt tatsächlich eine Möglichkeit. Es existiert ein Tunnel, der Tripolis direkt mit dem Palast des Königs verbindet. Eine praktische Abkürzung, allerdings nur für einige wenige Auserwählte zugänglich. Man benötigt eine persönliche Einladung von König Nereus.‘‘
Leyla überlegte.
Sie hatte in Betracht gezogen, mit Gewalt in die Stadt einzudringen, doch die Vorstellung, sich unter Wasser auf ihre Erdmagie verlassen zu müssen, war riskant. Sie wusste nicht, wie stark ihre Kräfte dort sein würden – und ein Fehler konnte in dieser Umgebung tödlich sein.
„Und wie gelange ich an eine Einladung?‘‘
Yanis schüttelte langsam den Kopf.
„Momentan gar nicht. Die Meriden haben sich abgeschottet. Sie empfangen keine Besucher.‘‘
Leyla runzelte leicht die Stirn.
,,Ich verstehe.’’
Ohne weiter nachzufragen stand sie auf, ließ ihren Blick noch einmal über den Tisch wandern, dann sah sie Yanis an.
„Ich würde mich dann verabschieden. Vielen Dank für das Essen.‘‘
Yanis erhob sich ebenfalls, sein Blick auf ihr ruhend, als wolle er sie einschätzen.
„Nun, ich hatte mir etwas mehr von diesem Gespräch erhofft, aber für den ersten Abend soll es mir genügen.‘‘ Er trat neben sie und machte eine einladende Geste. „Ich begleite dich zur Tür.‘‘
Gemeinsam schritten sie durch die großen Türen hinaus in den Garten.
Der Duft von Blüten lag schwer in der Luft, vermischt mit dem entfernten Salz des Meeres. Die warme Nacht war erfüllt von den Geräuschen tropischer Insekten, das leise Zirpen und Rascheln zwischen den Blättern unterstrich die trügerische Ruhe dieses Ortes.
Dann, aus dem Halbdunkel, tauchte eine Gestalt auf.
Ein Mann kam ihnen entgegen.
Seine Schritte waren ruhig, kontrolliert – doch in der Art, wie er sich bewegte, lag eine Selbstsicherheit, die Leylas Aufmerksamkeit sofort erregte.
Yanis verlangsamte seinen Schritt.
„Ah“, sagte er lächelnd. „Da kommt jemand, den du vielleicht kennenlernen solltest.‘‘
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Der Mann, der auf sie zukam, hatte lange, tiefrote Haare, die im sanften Licht der Öllampen schimmerten. Sein schwarzer Mantel, schwer und verziert mit dezenten, magischen Symbolen, wehte leicht im lauen Nachtwind.
Leyla musste ihn nicht lange mustern, um zu erkennen, was er war. Ein Magier. Ein mächtiger noch dazu.
Es lag in seiner Haltung – in der Art, wie er sich bewegte, mit einer selbstverständlichen Eleganz und der Gelassenheit eines Mannes, der wusste, dass er in jedem Raum, den er betrat, Macht ausstrahlte.
Yanis lächelte und legte ihm beiläufig eine Hand auf den Arm.
„Darf ich dir Miguel Atrasa vorstellen?“ sagte er mit der lässigen Selbstverständlichkeit eines Gastgebers, der stolz seine wertvollste Errungenschaft präsentierte. „Er ist der Großmagus des Feuerturms.“
Dann zog er Miguel an sich heran und küsste ihn.
Die Geste war vertraut, besitzergreifend und doch voller Zuneigung. Miguel erwiderte den Kuss mit einem sanften Lächeln, bevor er sich mit ruhiger Neugier zu Leyla wandte.
„Freut mich“, sagte er, sein Ton höflich, aber durchdrungen von ehrlichem Interesse. „Darf ich erfahren, mit wem ich die Ehre habe?“
Leyla musterte ihn für einen Moment, ihre Augen scharf, abwägend.
Dann antwortete sie, ruhig und direkt.
„Mein Name ist Leyla. Ich bin die zehnte Kaiserliche Kopfgeldjägerin.“
Ein Lächeln huschte über Miguels Gesicht, und es war nicht das übliche, distanzierte Lächeln, das Magier oft aufsetzten, wenn sie mit Fremden sprachen. Es war breit, offen – fast erfreut.
„Leyla“, wiederholte er. „Freut mich, dich kennenzulernen.“
Dann neigte er leicht den Kopf zur Seite, als wolle er ihre Reaktion genau beobachten.
„Sag, wie geht es Eroica?“
Leyla blinzelte.
Von all den möglichen Fragen, die er hätte stellen können, war das die letzte, mit der sie gerechnet hatte.
„Ihr geht es gut“, antwortete sie nach einem kurzen Moment der Überraschung. „Woher kennst du sie?“
Miguels Lächeln vertiefte sich.
„Wir waren gemeinsam in der Akademie beim Magieturm“, erklärte er. „Sie war mir eine gute Freundin.“
Leyla stutzte.
Eroica hatte nicht viel über ihr eigenes Leben gesprochen, nicht über ihre Vergangenheit und erst recht nicht über eine Ausbildung in Tripolis.
Sie ließ sich ihre Gedanken nicht anmerken, nickte nur leicht.
„Ich verstehe.“
Dann machte sie einen Schritt zurück und richtete ihren Blick erneut auf Yanis und Miguel.
„Nun, ich würde mich trotzdem verabschieden. Hat mich gefreut, euch beide zu treffen.“
Sie schüttelte ihre Hände, dann wandte sie sich um und verließ das Anwesen.
Die Nacht war warm, aber der kühle Hauch des Meeres trug eine angenehme Frische mit sich, als sie durch die Straßen zurück zum Hafenviertel ging.
Ihre Gedanken jedoch waren schwer. Eroica.
Sie erinnerte sich an ihre gemeinsamen Gespräche in der Kaiserstadt, an die drei Tage, die sie nach Erhalt ihres Auftrags dort verbracht hatte. Sie hatten über den Krieg gesprochen, über den Runenstein in Mylrie. Doch der Magieturm?
Nicht ein einziges Mal hatte Eroica ihn erwähnt.
Leyla seufzte, ließ ihren Blick über die dunklen, sanften Wellen des Ozeans schweifen.
Das Meer lag ruhig vor ihr, ungerührt von all den Intrigen, Kämpfen und Schicksalen, die an seinen Küsten verwoben wurden.
„Ich hoffe wirklich, dass der Krieg schnell vorbei ist“, murmelte sie leise, ihre Stimme kaum mehr als ein Hauch in der endlosen Nacht.



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