Kapitel 180 - Und der Morgen roch nach Blut
- empirewebnovel
- 8. Juni 2025
- 10 Min. Lesezeit

Der Schmerz, der Nea in den letzten Tagen begleitet hatte, wurde langsam erträglicher. Die Erinnerung an den Käfig der sieben Flammen, jenes grausame Konstrukt aus brennender Magie, das ihren Körper durchdrungen und verwüstet hatte, brannte jedoch weiterhin in ihr nach.
Große Teile ihrer Haut waren versengt worden, ihre Flügel – einst prachtvoll und stolz – fast völlig zerstört. Anders als bei gewöhnlichen Wunden konnte hier keine Heilmagie helfen. Diese Art von Verletzung verlangte Geduld, verlangte Zeit. Und das war etwas, woran es Nea nie gemangelt hatte. Sie hatte mehr Zeit überlebt, als viele in diesem Kaiserreich jemals leben würden.
Sie lag still in den weichen Kissen ihres Betts, umgeben von warmem Licht, das durch die kleinen Glasfenster in ihr Quartier fiel. Es war ihr Zimmer im Hauptquartier der Kaiserlichen Kopfgeldjäger – sie hielt es einfach, aber dennoch komfortabel. Die dunklen Holzbalken, der vertraute Geruch von Pergament, Kräutern und Leder gaben ihr Sicherheit. Doch sie war nicht in der Stimmung, sich davon trösten zu lassen.
Ihr Blick wanderte zur Seite, über das hölzerne Tablett mit dem Frühstück, das ihre Dienerin Nyphe ihr nur Minuten zuvor gebracht hatte. Frisches Brot, gekochte Eier, etwas geschmorter Fisch – ein Festmahl für Genesende. Doch Nea hatte keinen Appetit. Ihr Magen war leer, aber die Sehnsucht in ihrer Brust wog schwerer. Sie wollte nichts essen. Sie wollte auch nicht reden. Sie wollte nur liegen bleiben. Ruhig. Unbewegt. Ihr Körper tat weniger weh als noch am Vortag, doch die Müdigkeit in ihrem Herzen wich nicht.
Wie es Leyla wohl ging? Bestimmt hatte sie die Mission erfolgreich abgeschlossen. Leyla war so jemand. Eine, die ihr Ziel nie aus den Augen verlor. Eine, die selbst dann weiterging, wenn der Preis hoch war, wenn der Schmerz sie fast zerriss. Leyla konnte verlieren. Sie konnte zweifeln. Aber am Ende würde sie aufstehen – und weiterkämpfen.
Ein müdes Lächeln legte sich auf Neas Lippen. Für sie war Leyla mehr als eine Kameradin. Mehr als eine Heldin. Sie war das Licht in einem langen Leben, das zu oft aus Schatten bestanden hatte. Seit dem Tag, an dem Nea sie das erste Mal hatte kämpfen sehen – in jener staubigen Arena, das Schwert fest in der Hand – war sie ihr verfallen. Nicht auf die Weise einer romantischen Liebe, sondern auf die Weise, wie eine Mutter ihr Kind liebt. Wie eine Beschützerin, die ihr Leben geben würde, damit das Leben der anderen weitergehen kann.
Sie hatte etwas gesehen in diesem Mädchen, damals. Eine Entschlossenheit, die nicht nur aus Zorn bestand, sondern aus etwas Tieferem. Aus Mut. Vielleicht sogar aus Sehnsucht.
Wenn sie bei Leyla war – dann war sie glücklich. Dann bedeutete das Leben etwas. Es war eine schlichte Wahrheit, die ihr heute abermals schmerzlich bewusst wurde. Nicht weil sie zweifelte, sondern weil sie vermisste.
Nea schloss die Augen für einen Moment, ließ den Atem tief in ihre geschundenen Lungen strömen. Der Duft von Kräutersalben lag noch immer in der Luft. Der Verband an ihrer Seite kratzte ein wenig, aber sie rührte sich nicht. Die Welt durfte für einen Moment stillstehen. Nur für sie.
Da erklang ein Geräusch.
Ein Klopfen.
--------------------------------------------------------------------------
—KLOPF—
Nea seufzte leise und richtete sich langsam in ihrem Bett auf. Jeder Muskel schien gegen die Bewegung zu protestieren, doch sie zwang sich zur aufrechten Haltung. Der Schmerz war noch immer da – ein temporärer Begleiter, der wie ein Echo des Feuers in ihr pochte.
„Herein“, rief sie schließlich mit einem Anflug von Ungeduld. Ihre Stimme klang angespannter, als sie beabsichtigt hatte. Doch je nachdem, wer hinter dieser Tür stand, würde sie anders reagieren – und anders fühlen.
Die Tür öffnete sich mit einem leichten Knarren. Neas Augen weiteten sich, als sie die Frau sah, die den Raum betrat.
Eine schwarze Frau, ganz in ein schlichtes weißes Kleid gehüllt, mit einem perfekt sitzenden Afro, der ihr Gesicht rahmte wie ein Kunstwerk. Ihr Gang war würdevoll, fast schwebend. Ihre Haltung aufrecht, gelassen. Ihre Präsenz durchdrang den Raum wie die Stille vor einem Gewitter.
„Yaya!“ rief Nea überrascht und wollte sich reflexartig aus dem Bett werfen, doch der stechende Schmerz in ihrer Seite durchzuckte sie wie ein Messer. Sie sog scharf die Luft ein und sank zurück ins Kissen.
Yang, die Anführerin der Kaiserlichen Kopfgeldjäger. Die stärkste Kämpferin des Kaiserreichs. Ihre Mentorin. Ihre Heldin. Und, auf eine Weise, die sie nie in Worte hätte fassen können – ihr Zuhause.
Sie lächelte. Es war ein feines, seltenes Lächeln. Eines, das sie nie öffentlich zeigte. Ein Lächeln, das Nea allein gehörte.
„Wie geht es dir, Nea?“ Ihre Stimme war ruhig, aber in ihr lag eine Schärfe, die wie durch samtenes Tuch klang.
Nea grinste. Trotz des Schmerzes, trotz der Müdigkeit. Ein tapferes Grinsen, wie sie es schon als Kind aufgesetzt hatte, um die anderen nicht zu beunruhigen. „Mir geht's schon wieder super! Ehrlich! Gar kein Problem.“
Yang sagte nichts, trat nur langsam näher, nahm sich einen der hölzernen Stühle in der Ecke des Zimmers und stellte ihn neben das Bett. Dann setzte sie sich, die Hände auf den Knien gefaltet. Ihre Augen ruhten unerschütterlich auf Nea.
,,Das freut mich zu hören. Erzähl mir von dem Auftrag.’’
Nea nickte, ihre Haltung veränderte sich sofort. „Als wir beim Grünwald ankamen, trafen wir auf den Sohn des Schwertdämons… und auf Vincenz.“
Sie machte eine kurze Pause. „Du weißt schon… der Magier, der damals...“
Yang unterbrach sie knapp. „Ich erinnere mich. Fahr fort.“
Nea atmete tief durch. „Wir wurden getrennt. Es gab zwei Einzelkämpfe. Leyla hat sich dem Sohn gestellt. Ich bin geflogen – und hab mich Vincenz entgegengestellt.“
Yangs Blick wurde schärfer. „Wie wurdest du so verletzt? Du solltest stärker gewesen sein als er.“
Nea schwieg einen Herzschlag lang. Sie hätte es sagen können. Hätte ihr die Wahrheit sagen können. Dass Leylas Verletzung der Grund war. Dass ihr Fehler sie in Gefahr gebracht hatte. Aber sie entschied sich anders.
„Vincenz hat den Käfig der sieben Flammen beschworen. Ich war unvorbereitet. Er hat mich darin gefangen, und… naja, der Rest ist offensichtlich.“
Yang sagte nichts. Ihre Miene verriet nichts. Keine Enttäuschung, kein Misstrauen. Nur Beobachtung. Und dennoch – Nea glaubte, in ihren Augen einen winzigen, kaum wahrnehmbaren Ausdruck zu sehen. Ein Zucken. Ein Aufblitzen. Vielleicht Sorge. Vielleicht Tadel. Vielleicht beides. Doch wie es gekommen war, so war es auch schon wieder verschwunden.
„Und wie wurdest du befreit?“ fragte Yang schließlich.
Neas violetten Augen begannen zu leuchten. Ein echtes, aufrichtiges Strahlen legte sich über ihr Gesicht. „Leyla“, sagte sie fast andächtig. „Leyla hat ihn zurückgedrängt – mit einer einzigen, mächtigen Feuerwelle. Dann hat sie sich selbst in die Luft geschleudert und mit einer Flut aus Wasser den Käfig zerstört. Sie hat Vincenz gepackt und mit sich zu Boden gerissen. Es war… es war unglaublich. Sie hat mich gerettet.“
Ein Moment der Stille. Yang blinzelte nicht. Doch ihre Lippen waren ein wenig weicher als zuvor.
,,Und was ist dann geschehen?’’
„Leyla hat den Sohn gefesselt und ist zu deren Lager aufgebrochen. Sie wollte sie alle gefangen nehmen. Ich bin mir sicher, sie hat es geschafft.“
Yang nickte langsam. „Gut. Dann weiß ich, was ich wissen muss.“ Sie erhob sich. Der Stuhl knarrte kaum. „Wenn es dir besser geht, melde dich bei mir.“
Nea nickte. Lächelnd. „Mach ich, Yaya.“
Yang blieb stehen, trat dann noch einen Schritt zurück und beugte sich zu ihr. Mit zwei Fingern tippte sie ihr leicht gegen die Stirn. „Du sollst mich nicht so nennen.“
Doch in ihren Augen lag Wärme. Dann wandte sie sich um, öffnete die Tür – und verschwand.
Nea blieb noch einen Moment lang aufgerichtet sitzen, ehe sie sich mit einem zufriedenen Seufzer wieder ins Kissen sinken ließ. Und obwohl der Schmerz noch da war – sie fühlte sich ein wenig leichter.
--------------------------------------------------------------------------
Einige Tage später war Nea wieder auf den Beinen. Ihre Schritte hallten leise durch die Gänge des Hauptquartiers der Kaiserlichen Kopfgeldjäger, während sie in ihrem gewohnten, leichtfüßigen Tempo durch die Korridore lief. Ihre Wunden waren noch nicht ganz verheilt, doch der Drang, sich wieder zu bewegen, war stärker als das Ziehen unter der Haut. Der Schmerz war da – unterschwellig, beständig – aber sie ignorierte ihn. So wie sie es immer tat, wenn es Zeit war, wieder Teil der Welt zu sein.
Sie trat in den Gemeinschaftssaal, wo sich um diese Uhrzeit meist niemand aufhielt. Ihr Blick schweifte über das Zimmer, bis er an einer Gestalt hängen blieb, die sich nicht ignorieren ließ: Velverde.
Das neueste Mitglied der Kopfgeldjäger saß lässig auf einem der Sofas, eine Tasse dampfenden Tee in der Hand. Seine weißen Haare standen in alle Richtungen, als wäre er gerade von einem Blitz getroffen worden, und sein Gesicht war wieder einmal in kunstvoll übertriebener Schminke geschmückt – ein Bild zwischen exzentrischem Theater und leichtem Wahnsinn.
,,Ne~a, freut mich dich zu se~hen!’’ rief er mit einem übertriebenen Grinsen, während er ihr mit den Fingern zuwinkte, als wäre sie eine alte Geliebte.
Nea zog eine Augenbraue hoch, erwiderte sein Lächeln mit angespielter Höflichkeit – und drehte sich wortlos um. Sie mochte ihn nicht. Nicht seine Art zu reden, nicht seine ständige Selbstinszenierung, nicht seine Art, zu viel und gleichzeitig zu wenig zu sagen. Bevor er seinen Satz beenden konnte, war sie bereits durch die Tür verschwunden.
Sie trat in den Garten, wo ihr sofort die Kälte des Winters ins Gesicht schlug. Die Luft war beißend, klar und scharf wie frisch geschliffener Stahl. Ein Hauch von Reif bedeckte die Hecken, und auf den steinernen Wegen hatte sich eine dünne Eisschicht gebildet. Sie fröstelte leicht, zog aber nicht einmal die Schultern hoch. Keine Chance, jetzt noch einmal zurückzugehen und sich einen Mantel zu holen. Der Moment der Freiheit war zu kostbar.
Also verließ sie das Anwesen und betrat die Straßen der Kaiserstadt.
Der Boden unter ihren Stiefeln war glatt und verräterisch, aber sie bewegte sich sicher, fast tänzerisch über das vereiste Pflaster. Der Himmel war noch blass, ein fahles Grau, das sich nur zögerlich in Blau verwandelte. Es war früh – viel zu früh für geschäftiges Treiben. Die Straßen waren leer, bis auf ein paar Frühaufsteher und Händler, die ihre Stände aufbauten oder Waren prüften. Nea genoss diese Ruhe, diesen langsamen Beginn des Tages, in dem die Welt noch nicht laut war.
Doch trotz der frischen Luft, trotz des Platzes, den die Ruhe ihr ließ, spürte sie eine Leere in sich. Was sollte sie heute unternehmen? Es gab keinen Auftrag, kein Ziel. Nichts, das sie beschäftigte. Eigentlich hatte sie nur auf eines wirklich Lust: Leyla wiederzusehen. Zeit mit ihr zu verbringen, zu reden, zu lachen. Leyla brachte Struktur in ihre Gedanken, Wärme in ihr Herz.
Während sie ziellos um eine Ecke bog, blieb ihr Blick plötzlich an jemandem haften.
Ein Mann saß auf einer Bank, die Schultern breit, das Gesicht verborgen unter schwarzen Haaren, die ihm ins Gesicht fielen. Er kaute an einem Gebäck, fast genüsslich. Doch da war etwas an ihm – an seiner Haltung, an seinem Profil – das Nea innerlich aufhorchen ließ.
Sie verengte die Augen, trat näher.
„Sag mal…“ begann sie mit lockerer Stimme. „Bist du nicht ein gesuchter Mann? Wie war dein Name nochmal? Doofen? Dorfing?“
Der Mann hob den Kopf. Sein Blick war hart, kalt. Er stand auf, langsam, als wolle er seine Größe demonstrieren. Tatsächlich überragte er sie deutlich.
„Duven“, knurrte er. „Du kleines Gör. Verpiss dich. Oder du wirst es bereuen, mich angesprochen zu haben.“
Nea blieb stehen. Ihr Grinsen wurde breiter, ihre Augen funkelten. Sie hatte recht gehabt. Sie erinnerte sich gut an Gesichter – und seines war in einem der älteren Steckbriefe zu sehen gewesen, die sie mal zufällig studiert hatte.
„Doofen, richtig. Vierfacher Mord. Zwei Händler gefoltert. Ziemlich beeindruckend. Sag mal… warst du damals betrunken oder bist du einfach nur dumm?“
Duven fletschte die Zähne und griff an seinen Gürtel. Ein Messer blitzte auf, kurz und schartig, eindeutig oft gebraucht.
„Du hast es nicht anders gewollt“, zischte er, holte aus und stürmte auf sie zu.
--------------------------------------------------------------------------
Mit Bewegungen, die mehr an einen Tanz erinnerten als an einen Kampf, glitt Nea unter dem ersten Angriff hinweg. Ihre Füße berührten kaum den Boden, als sie sich zur Seite drehte, unter dem zischenden Bogen der Klinge hindurchtauchte und dann wieder aufrecht vor ihm stand, als sei nichts geschehen. Ihre violetten Augen funkelten wie kaltes Glas.
Duven schnaubte wütend, stürmte erneut vor, stach und schlug. Doch so sehr er es auch versuchte, seine Klinge traf nichts als Luft. Selbst jetzt, wo ihr Körper noch nicht vollständig verheilt war, bewegte sich Nea mit Leichtigkeit, ihre Schritte sicher, ihre Reaktionen schneller, als sein Blick folgen konnte. Es war, als würde sie ihn verspotten, nur mit ihrer bloßen Präsenz.
„Komm schon, Doofen!“ rief sie spöttisch und wich einem weiteren Hieb aus. „Du musst dich schon mehr anstrengen, wenn du mich beeindrucken willst!“
Duven knurrte. Sein Atem ging schneller, seine Stirn glänzte vom Schweiß. „Du kleines Miststück… du hast es nicht anders gewollt!“
Er hob seine Hand. Kleine, zuckende Blitze krochen über seine Finger, sammelten sich an den Gelenken, flackerten in der kalten Winterluft. Ein dumpfes Grollen lag in der Luft. Donnermagie. Er hatte also noch ein Ass im Ärmel.
Nea blieb stehen und grinste breit, wie eine Katze, die mit ihrer Beute spielte. „Na endlich zeigst du mal, was du kannst. Ich hatte schon Angst, du bist wirklich nur ein Messerstecher mit großem Maul.“
Ein gleißender Blitz schoss auf sie zu. Für einen Moment zuckte das Licht über die Gasse und erhellte die Straße. Doch Nea hob nur lässig die Hand. Ihre Finger schlossen sich um das Licht, und der Blitz zersplitterte in Dutzende leuchtende Funken, die sachte zu Boden rieselten.
„Oh, das war alles?“ fragte sie in gespielt enttäuschtem Tonfall. „Du machst deinem Namen ja wirklich alle Ehre. Duven… oder soll ich dich weiter Doofen nennen? Passt besser. Nicht mal merken, wie viel stärker ich bin… das ist schon fast tragisch.“
Ihre Stimme war süßlich, doch darunter lag die Schärfe eines Messers.
Duven knirschte mit den Zähnen. In einem letzten, verzweifelten Versuch holte er aus und warf sein Messer nach ihr. Die Klinge flog in einem schnellen, unsauberen Bogen auf sie zu – aber noch bevor sie ihr Ziel erreichte, hatte Nea sie bereits abgefangen. Ihre Hand schloss sich mühelos um den Griff, ohne dass ihre Haltung sich nennenswert änderte.
Dann drehte sich Duven um und rannte los. Seine Schritte schlugen hart auf das gefrorene Pflaster, ein ungleichmäßiger Rhythmus der Angst.
Nea sah ihm nach, schüttelte den Kopf. „Und jetzt läuft er weg…“ murmelte sie, fast belustigt. „Das ist ja niedlich.“
Sie drehte das Messer in der Hand, spürte sein Gewicht, prüfte den Stahl. Es war nichts Besonderes – eine einfache, abgenutzte Waffe, nicht scharf, nicht präzise. Vermutlich hatte er sie bei einem Straßenhändler erstanden oder aus dem toten Körper einer der Händler gezogen, die er einst gefoltert hatte.
Dann holte sie aus – nur ein einziger, kraftvoller Wurf, ohne Anstrengung.
Die Klinge zischte durch die Luft, durchschnitt das Zwielicht des Morgens und durchschlug mit makelloser Präzision den Hinterkopf des Flüchtenden. Ohne einen Laut sackte Duven zusammen. Sein Körper schlug dumpf auf das kalte Pflaster. Eine Lache aus Blut begann sich unter ihm zu bilden, leuchtend rot auf dem frostüberzogenen Stein.
Ein Moment der Stille folgte. Dann hörte sie hinter sich ein Geräusch. Ein einzelnes, langsames Klatschen.
[???] ,,Schöne Vorführung, Edle Miss Nea!’’



Kommentare