Kapitel 195 - Die Stadt, die sich selbst gehört
- empirewebnovel
- 15. Juni 2025
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Aktualisiert: 29. Apr.

Vor den sogenannten Menschenkriegen – jenen gnadenlosen Feldzügen, mit denen Kaiser Simour I. aus dem Haus Algavia die achtzehn Reiche der Menschen unter dem Banner des neuen Kaiserreichs vereinte – war Vallyka die Hauptstadt des gleichnamigen Königreichs gewesen. Mächtig, stolz, von den anderen Menschenvölkern beneidet und gefürchtet.
Die Stadt liegt direkt südlich des undurchdringlichen Tiefenwaldes, an der Grenze zwischen uralter Wildnis und aufblühender Zivilisation. Und sie war einst das Symbol menschlicher Größe: Die erste Menschenstadt, die die Marke von dreihunderttausend Einwohnern überschritt – ein Meilenstein in der Geschichte der Menschheit.
Im Herzen der Stadt erhebt sich bis heute die imposante Festung Vallyka, ein stählernes Relikt aus jener Zeit, als noch Könige über die Menschen herrschten. Früher war sie Königspalast, später Herzogsburg, heute steht sie leer – ein kalter Koloss aus Stein und Geschichte.
Der letzte Herzog, Kronprinz Sebastian Algavia, hatte sich eigenmächtig auf einen Feldzug gegen die Rebellen von Randurin begeben – ohne Mandat, ohne Rückhalt, nur mit seinem Ehrgeiz bewaffnet. Er wurde gefangen genommen, vor aller Augen gedemütigt und galt fortan als gescheitert – aus dem Prinzenspiel ausgeschieden, ein Makel, der nicht getilgt werden konnte.
Mit seinem Fall verlor auch seine Frau, Joanne de Cale, ihren Rang. Die einstige Herzogin zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück, verschwand aus den Salons der Macht und aus dem Gedächtnis der Höfe. Und so blieb die Stadt ohne Herrscher.
Doch sie fiel nicht in Chaos.
Vallyka blühte weiter. Vielleicht mehr denn je.
In den Mauern gab es die großen Märkte, in denen Waren aus der Wüste im Osten, den Schneelanden im Norden und dem Herzland im Westen gehandelt wurden.
Ohne Herzog, ohne Verwaltung, ohne die lähmende Hand der Bürokratie regierte sich die Stadt selbst. Die Bürger handelten klug. Der Adel hielt sich zurück. Und die Märkte florierten. Aus der Wüste im Osten kamen Gewürze und Garnische Seide, aus den Schneelanden im Norden Pelze und Öl, aus dem Herzland Getreide, Schmuck, Wein. Vallyka war das Herz einer unsichtbaren Ordnung – pulsierend, unabhängig, stolz.
Vielleicht war es der Frieden, der diesen Wohlstand ermöglichte.
Vielleicht war es auch Vallyka selbst – eine Stadt, die nie wirklich jemanden brauchte, um zu bestehen. Eine Stadt, die aus sich selbst heraus wuchs und atmete, die das Chaos überdauerte, weil sie stärker war als ihre Fürsten. Eine Stadt, deren Erben nicht vergessen hatten, was es bedeutete, das Zentrum der Menschheit zu sein.
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Beeindruckt blieb Leyla stehen und betrachtete die Stadtmauern von Vallyka, die sich vor ihr als ein graues Bollwerk aus vergangener Zeit erhoben.
Im Gegensatz zu den verwitterten, von Moos überzogenen Mauern von Malyl, die Geschichten flüsterten von Alter, Krieg und Zeit, oder den glattpolierten, imposanten Wänden der Kaiserstadt, die Macht und Kontrolle ausstrahlten, wirkten die Mauern von Vallyka fast wie ein Kunstwerk. Jeder Stein war exakt behauen, gleichmäßig gesetzt, und doch spürte man die Geschichte, die in diesem Mauerwerk eingeschlossen war. Es war kein kaltes Symbol der Autorität, sondern ein würdevoller Ring aus Stein, der seine Stadt ehrte.
Wie ein Gürtel aus Geduld und Stolz umschloss er die Metropole.
Leyla ließ den Blick über die Türme und Zinnen schweifen, dann blickte sie zu Alexandra, die etwas vor ihr her lief.
„Warst du schon einmal in Vallyka?“ Ihre Stimme klang neugierig, fast ein wenig ehrfürchtig.
Alexandra schüttelte langsam den Kopf. Ihre blauen Augen hielten an einem besonders hohen Wachturm fest, der mit flatternden Wimpeln geschmückt war. „Nein. Aber die Stadt hat wirklich etwas Anziehendes. Sie wirkt wie... aus einer anderen Zeit.“
Vinessa, die winzige Fee, hatte sich tief in Alexandras Haare gekuschelt. Nur ihre leuchtenden Augen und das Glitzern ihrer Flügelspitzen ragten hervor, als sie eifrig nickte.
Leyla lächelte. Es war erstaunlich, wie schnell Vinessa sich mit Alexandra angefreundet hatte.
,,Das ist also deine Geliebte? Die wirkt lieb, die darf mit uns reisen’’, hatte sie gesagt.
Ein Stück hinter ihnen trottete Zensa. Er schob sich die Kapuze aus dem Gesicht, trat gegen einen herumliegenden Kiesel und ließ ihn klackernd über das Pflaster springen. Seine goldenen Augen waren auf den Boden gerichtet, sein Blick abwesend.
„Zensa“, fragte Leyla und drehte sich halb zu ihm um, „sollen wir hier eine Pause einlegen?“
Zensa hob den Kopf kaum. „Von mir aus können wir direkt weiter. Ich will endlich den Dschungel sehen.“
Zwei lange Wochen hatten sie gemeinsam zurückgelegt. Bis zum Dorf Douvier waren sie auf Pferden gereist, hatten sich durch steinige Pässe und verlassene Dörfer geschlagen. Seit zwei Tagen waren sie zu Fuß unterwegs, denn die Pferde wären im nahenden Dschungel ohnehin kaum von Nutzen gewesen.
„Dann entscheide ich das einfach selbst“, sagte Leyla mit einem Grinsen und zeigte mit einer ausgestreckten Hand auf das mächtige Stadttor, dessen Torflügel offenstanden wie die Arme eines gastfreundlichen Riesen. „Wir verbringen den Nachmittag und Abend in Vallyka, schlafen hier eine Nacht, und morgen früh brechen wir wieder auf.“
Zensa antwortete nicht, doch Vinessa nickte zustimmend, flatterte kurz auf und ließ sich wieder auf Alexandras Schulter nieder.
Leyla ging nun schneller, schloss zu Alexandra auf und schlang wortlos ihre Finger um ihre Hand. Die Wärme war beruhigend, ein fester Anker in dieser sich verändernden Welt.
So traten sie gemeinsam durch das Tor der Stadt, durch das die Stimmen von Händlern, das Klirren von Eisen, das Rufen von Kindern und der Duft von Gewürzen drangen.
Vallyka wartete. Und niemand von ihnen wusste, was sie in ihren Mauern erwarten würde.
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Die Straßen von Vallyka pulsierten vor Leben, doch sie wirkten dabei nicht überladen oder chaotisch. Es war ein geordnetes Treiben, das wie ein einstudiertes Musikstück wirkte, in dem jeder seine Aufgabe kannte. Händler priesen ihre Waren mit kräftigen Stimmen an – exotische Gewürze, die aus den Märkten des Ostens stammten, dicke Pelze aus dem frostigen Norden, feine Stoffballen aus dem Herzland.
Kinder huschten fröhlich zwischen den Marktständen hindurch, ihre Gesichter verschmiert mit Staub, während Soldaten mit klaren Blicken das Geschehen beobachteten. Sie trugen keine protzigen Rüstungen, nur einfache, aber makellos saubere Uniformen.
Leyla sog tief die Luft ein. Der Duft von gebratenem Fisch hing schwer über der Stadt, gemischt mit dem süßlichen Geruch gerösteten Brots und dem frischen Aroma von aufgeschnittenem Obst. Darunter lag der unverkennbare Geruch von Stein und altem Mauerwerk, von Jahrhunderten Stadtleben, die sich in Staub und Fugen eingegraben hatten.
Ihr Magen knurrte.
Ihr Blick fiel auf einen kleinen Stand aus dunklem Holz. Dort waren verschiedene Spezialitäten aufgereiht – eingerollte Teigwaren, mit Kräutern gefüllte Schalen, kleine Päckchen, die von innen zu leuchten schienen. Auf einem Schild stand in schwungvoller Handschrift ein ihr unbekanntes Wort: Meldohon.
Leyla las es halblaut vor, mehr zu sich selbst als zu jemand anderem. „Meldohon...“
Vinessa war sofort zur Stelle. Die kleine Fee flatterte aus Alexandras Haaren heran, setzte sich auf Leylas Schulter und kicherte aufgeregt.
„Das ist Goldhonig aus dem Denja-Dschungel, eingewickelt in aromatisierten Käse. Eine Delikatesse! Kann ich bitte auch was davon haben? Nur ein Biss! Bitte, Leyla, bitte!“
Leyla musste lachen. Sie zögerte keine Sekunde. „Viermal Meldohon, bitte.“
Die Verkäuferin hinter dem Stand, eine Frau mit gebräunter Haut, sommersprossigem Gesicht und einem roten Tuch im Haar, lächelte freundlich. „Drei Kupfer.“
Leyla griff bereits unter ihre Kleidung, die Hand auf dem Amulett, das sie als Kopfgeldjägerin auswies. Doch Alexandra kam ihr zuvor. Mit einem selbstbewussten Lächeln zog sie ihr eigenes Amulett hervor und hielt es der Verkäuferin entgegen.
Alexandra war kurz vor der Abreise zur zehnten Kaiserlichen Kopfgeldjägerin ernannt worden. Sie trug die Auszeichnung mit Stolz – und mit dem Gefühl, sich diesen Platz verdient zu haben.
Die Augen der Händlerin weiteten sich. „Verzeiht, Edle Miss...“
„Alexandra“, sagte sie ruhig.
„Verzeiht, Edle Miss Alexandra“, wiederholte die Händlerin eifrig und packte die vier Portionen behutsam in mit Wachspapier ausgelegte Tüten. Dann überreichte sie sie mit einer tiefen Verbeugung an Leyla.
Mit einem dankenden Nicken drehten sich Leyla und Alexandra um und schlenderten zu dem Brunnen auf dem Platz, wo Zensa saß. Er hatte sich auf den Rand gesetzt, sein Blick wanderte zu einigen Männern in der Nähe, die sich bereits vor Sonnenuntergang lallend in einer Taverne betrunken hatten. Seine Miene war müde, beinahe missmutig.
Leyla reichte ihm eines der Päckchen.
Zensa sah sie überrascht an, seine goldenen Augen blitzten auf. „Für mich?“ Er riss die Augen weit auf, sein Blick haftete gierig an der Tüte, aus der bereits der süßlich-würzige Geruch von Honig und geschmolzenem Käse stieg.
Sie nickte und verteilte die restlichen Portionen.
Sie saßen beisammen, kauten schweigend, während über ihnen der Himmel in helles Blau getaucht war, durchzogen von vereinzelten Schleierwolken. Es wurde langsam Frühling und die Kälte des Winters zog sich nach und nach zurück. Die Geräusche des Marktes vermischten sich mit den Stimmen der Stadt – Gelächter, das Klappern von Töpfen, der Ruf eines Straßenmusikers.
Leyla ließ ihren Blick schweifen.
„Ich sehe kein einziges Wappen“, murmelte sie schließlich. „Keine Farben, kein Symbol der Herrschaft. Nicht einmal über dem Tor. Es ist seltsam. Diese Stadt ist groß, wohlhabend. Und doch ohne sichtbares Zeichen einer Obrigkeit.“
Sie hatte sich bewusst nicht auf Vallyka vorbereitet. Während sie sich tagelang über die Gefahren des Denja-Dschungels belesen hatte, wollte sie dieser Stadt unvoreingenommen begegnen.
„Wir werden beobachtet“, wisperte Vinessa plötzlich. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch. Sie nickte mit dem Kopf zu einem alten Mann, der in einiger Entfernung an eine Mauer gelehnt stand. Er tat so, als wäre er bloß ein müder Passant, aber sein Blick hing unverkennbar an ihnen.
Leyla stand auf. Ihre Schritte waren bestimmt, nicht hastig, aber voller Entschlossenheit. Als sie direkt vor dem Mann stand, sagte sie: „Wer bist du? Und warum beobachtest du uns?“
Der Alte hatte ein wettergegerbtes Gesicht, tiefe Falten, aber einen wachen Blick. Er lächelte. „Ein Bewohner dieser Stadt. Jemand, der schon viele Jahre hier lebt. Und jemand, der nicht gekommen ist, um Euch zu vertreiben. Aber ich beobachte Euch, weil es meine Pflicht ist.“
Alexandra war ebenfalls nähergetreten. „Und warum ist es deine Pflicht?“
„Weil es hier keinen Herzog mehr gibt. Weil wir gelernt haben, uns selbst zu schützen. Weil wir verstanden haben, dass Macht nicht zwangsläufig auf einem Thron sitzen muss.“
Zensa verschränkte die Arme vor der Brust und trat einen Schritt vor. Er grinste spöttisch. „Und was macht ihr, alter Mann, wenn eines Tages jemand kommt, der echte Macht hat?“
Der Alte schaute ihn lange an. „Dann hoffen wir, dass dieser Jemand begreift, wann Macht besser ungenutzt bleibt. Der begreift, dass dies eine Stadt des Friedens ist.“
Leyla lachte leise, trat zu Zensa und fuhr ihm spielerisch durch die blassgrünen Haare. „Wir sind nur auf der Durchreise. Wir suchen keinen Streit, keine Kontrolle. Aber wir wollen auch keine Schatten im Nacken.“
„Dann seid ihr hier willkommen, Edle Miss Leyla.“
Mit diesen Worten drehte er sich um und verschwand in einer engen Gasse zwischen zwei Gebäuden, als hätte es ihn nie gegeben.
Alexandra trat neben Leyla, legte ihren Arm um ihre Taille. „Wollen wir uns ein Gasthaus suchen?“
Leyla nickte. Doch ihr Blick verweilte noch einen Moment auf der Gasse, in der der Fremde verschwunden war.
„Eine schöne Philosophie“, murmelte sie. „Und doch so zerbrechlich. Ein Befehl aus der Kaiserstadt, und alles hier würde in Flammen stehen.“
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Erschöpft ließ sich Leyla auf den hölzernen Stuhl der Dachterrasse nieder. Die Sonne war gerade dabei, sich hinter den Dächern von Vallyka zu verstecken, und tauchte die Stadt in ein weiches, goldenes Licht. Es war warm, aber nicht drückend, und ein sanfter Wind strich über die Terrakottafliesen der Terrasse.
Die Gaststätte, für die sie sich entschieden hatten, trug den Namen „Zum alten Mond“, und das Zimmer, das Leyla gemeinsam mit Alexandra bezogen hatte, wurde von den Wirtsleuten als das „Wolkenzimmer“ bezeichnet – nicht etwa wegen seiner Einrichtung, sondern wegen der dazugehörigen Dachterrasse, die so hoch lag, dass man über die meisten Gebäude hinwegsehen konnte.
Zensa und Vinessa waren nach dem Essen noch losgezogen, um die Straßen der Stadt bei Nacht zu erkunden. Die Fee hatte darauf bestanden, dass sie unbedingt noch ein paar glitzernde Glaskugeln sehen wollte, die an einem Marktstand verkauft wurden. Und Zensa hatte sich nicht lange bitten lassen – vielleicht, weil er langsam die Gesellschaft der Fee wertschätzte.
Leyla und Alexandra hatten den Abend für sich. Alexandra war noch einmal hinuntergegangen, hatte aus dem Speisesaal der Gaststätte zwei Tonbecher mit warmem Fruchtwein geholt, und setzte sich nun mit einem zufriedenen Seufzer neben Leyla. Der Duft von Beeren, Zimt und fermentiertem Apfel stieg aus den Bechern auf und vermischte sich mit der abendlichen Luft.
„Die Festung Vallyka ist wirklich eindrucksvoll“, sagte Alexandra nach einer Weile und zeigte auf das dunkle Profil der Burg, das sich nur wenige Straßenzüge entfernt erhob. Ihre Zinnen zeichneten sich scharf gegen den rot gefärbten Horizont ab.
Leyla folgte ihrem Blick. „Ich bin froh, dass wir hier einen Halt eingelegt haben“, murmelte sie. „Dieser Ort hat... eine gewisse Ruhe. Auch wenn er keine Führung hat, wirkt er gefestigter als manche Festung mit Herzog.“
Sie musste an den Herzogspalast von Paul in Malyl zurückdenken und schmunzeln.
Sie wollte gerade den Wein probieren, als ihr Blick in den Himmel wanderte. Etwas war dort oben – ein Punkt, kaum größer als ein Funke, aber rot leuchtend und sich schnell nähernd.
Sie stellte den Becher ab und starrte konzentriert nach oben. „Siehst du das dort?“ fragte sie leise.
Alexandra stellte ebenfalls ihren Becher ab und kniff die Augen zusammen. „Sieht aus wie ein Vogel. Ein brennender... Vogel?“
Leyla sagte nichts. Aber in ihrem Innersten wusste sie es schon. Ein Phönix. Sie hatte von ihnen gehört – von Eroica, von alten Erzählungen, aus Berichten vergangener Zeiten. Majestätische Wesen aus Licht und Feuer, die einst zahlreich gewesen sein sollten. Inzwischen waren sie fast verschwunden, manche hielten sie gar für ausgestorben.
Doch dieser hier war real.
Er kam näher, wurde deutlicher. Die Federn leuchteten wie flüssiges Gold, durchzogen von rotglühenden Adern. Sein Flug war ruhig, beinahe würdevoll. Dann landete er direkt auf dem Geländer vor Leyla. Er war kleiner, als sie es erwartet hatte – nicht größer als ein Falke – und wirkte doch wie eine lebende Legende.
In seinem Schnabel hielt er einen Stein. Oder besser: ein Juwel. Grau, fein geschliffen, fast durchsichtig. Kein Runenstein, so viel war sicher.
Leyla streckte vorsichtig die Hand aus. „Ist der für mich?“
Der Phönix antwortete nicht. Er legte einfach nur den Stein in Leylas Handfläche, leicht und ohne Zögern. Dann begannen seine Flammen zu flackern, heller zu werden – und nach wenigen Sekunden löste sich sein Körper in Asche und Licht auf, verwehte im Wind.
Leyla starrte dem verschwundenen Wesen nach, dann senkte sie den Blick auf das, was nun in ihrer Hand lag. Das Juwel war kühl, fast lebendig. Es pulsierte schwach, als würde es atmen. In seinem Innern schien sich etwas zu regen, ein Schimmer, der an silbernes Licht erinnerte.
„Was bist du?“ flüsterte sie, mehr zu sich selbst als zu jemand anderem.
Sie wollte das Juwel näher betrachten, vielleicht sogar mit ihrer Magie erfühlen – da erklang eine Stimme hinter ihr. Ruhig. Klar. Und vertraut.
[???] „Das ist das Juwel der Menschheit. Bitte gib es mir. Es wäre nicht gut, wenn du es absorbierst.“



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