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Kapitel 207 - Der letzte Sectodod

Als Leyla, Vinessa und Alexandra durch das letzte Dickicht des Dschungels traten und zum ersten Mal einen Blick auf die Stadt Jidar warfen, verschlug es ihnen augenblicklich die Sprache. Das Licht der Nachmittagssonne brach sich in den feuchten Blättern, während sich vor ihnen eine Stadt offenbarte, die wie aus einem Traum wirkte – oder einem verlorenen Märchen.


Die Gebäude schienen Teil der gewaltigen Bäume zu sein. Manche standen am Boden, eingebettet zwischen Wurzeln und Farnen, andere hingen von den Unterseiten der Äste, gehalten von kunstvollen Seilnetzen und natürlichen Ranken, und wieder andere wuchsen regelrecht aus den Stämmen empor – hohe Türme aus Holz, Harz und Pflanzen, die mit der lebenden Substanz der Bäume verwachsen waren. Es war, als hätte die Natur selbst diese Stadt geboren.


Leyla starrte mit offenem Mund. Das Einzige, was ihr auch nur entfernt vergleichbar erschien, war das Dorf der Feen. Aber selbst das wirkte wie ein winziger Schatten gegen diese lebendige Architektur.


Sie schielte zu Vinessa, die mit glänzenden Augen wie erstarrt war. Ihre Flügel zitterten leicht, und sie wirkte, als hätte man sie in einen ihrer Träume versetzt. Leyla musste schlucken. Auch sie hatte sich Jidar beeindruckend vorgestellt, aber das hier übertraf alles.


Dann fiel ihr etwas auf.


Es war still.


Zu still.


Kein Lachen. Kein Gesang. Kein geschäftiges Treiben. Keine Rufe zwischen den Baumhäusern. Nur das ferne Summen des Dschungels, das sie mittlerweile so sehr verinnerlicht hatte, dass es für sie eher wie Hintergrundrauschen wirkte. Doch der Klang der Stadt – der fehlte.


„Wieso ist hier niemand?“ flüsterte sie Alexandra zu, die neben ihr einen Schritt nach vorne trat und angespannter wirkte als zuvor.


Alexandra verengte die Augen, durchsuchte das dichte Blätterdach über ihnen. „Vielleicht … Ruhezeit? Eine Art Mittagsrast?“ Ihre Stimme klang nicht überzeugt. Eher wie jemand, die sich selbst zu beruhigen versucht.


Dann, plötzlich, raschelte es über ihnen. Ein Geräusch wie ein aufgewirbelter Windstoß durch die Zweige.


„Leyla!?“


Sie blickte auf, riss den Kopf hoch – und da kam jemand aus einem der Häuser herabgesprungen. Ein Junge mit blassgrünen Haaren, ein bekanntes Gesicht. Er landete schwer in ihren Armen, schluchzend, zitternd.


„Zensa!“ rief Leyla, und ihr Herz machte einen Sprung. Sie fing ihn auf, hielt ihn fest, spürte seine Wärme.


„D-du lebst …“ flüsterte Zensa, seine Stimme kaum mehr als ein Hauch, während Tränen seine Wangen hinabrannen.


„Ja“, sagte Leyla sanft und zwang sich zu einem Lächeln. „Vinessa hat mich gerettet, und dann … konnte ich mich mit meiner Magie wieder zusammenflicken.“ Es war die Geschichte, auf die sie sich geeinigt hatten.


Zensa klammerte sich an sie, als fürchtete er, sie könnte gleich wieder verschwinden.


Dann meldete sich Vinessa zu Wort – ihr Ton war spitz, enttäuscht. „Aber … wo sind die Sectododen? Ich dachte, Jidar wäre ihre Heimat?“


Zensa löste sich leicht von Leyla, wischte sich hastig die Tränen aus dem Gesicht, als wolle er wieder Haltung zeigen. Doch seine Antwort war leise. Schwer.


„Die Sectododen von Jidar … wurden ausgelöscht.“


Leyla spürte, wie ihr die Luft wegblieb. Einen Moment lang glaubte sie, sich verhört zu haben. Dann aber erkannte sie den Ernst in Zensas Blick, die angespannte Miene, die Angst, die sich in seinen Zügen eingebrannt hatte. Ihre Gedanken überschlugen sich. Wer … oder was … konnte Jidar vernichtet haben?


Dann traf sie die Erkenntnis wie ein Schlag.


Der Drachar.


Er war ihnen zuvorgekommen.



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[???] ,,Nun, mich gibt es noch.’’


Die Stimme war leise, freundlich – fast beiläufig. Doch sie ließ Leyla augenblicklich herumfahren, ihre Finger zuckten, bereit, jeden Angreifer mit tödlicher Präzision zu empfangen.


Vor ihr stand ein Mann. Kein Mensch. Ein Sectodod.


Er war von eher zierlicher Gestalt, doch seine Haltung war aufrecht, ruhig. Seine Haut schimmerte in blassem Grün, seine großen, rundlichen Augen wirkten insektoid, blickten aber mit einer Sanftheit, die Leyla nicht erwartet hatte. Zwei kurze, leicht zuckende Fühler ragten aus seiner Stirn, sein Körper war in eine saubere weiße Robe gehüllt, deren Säume mit dünnen, goldenen Fäden bestickt waren.


Er hielt seine Hände gefaltet, wie ein Mönch, der zur Audienz erschien. Und dann – verbeugte er sich.


„Es ist mir eine Ehre, Euch kennenzulernen, Edle Miss Leyla, Edle Miss Alexandra. Mein Name ist Morty. Ich diene Jidar als Wipfelheiler. Oder … diente.“ Seine Stimme verlor am Ende etwas an Festigkeit. „Ich bin der letzte Überlebende.“


Vinessa, immer unberechenbar, surrte mit einem spitzen Laut auf ihn zu, landete auf seiner Stirn und tippte gegen einen seiner Fühler. Morty zuckte nicht einmal. Er lächelte, als wäre das nichts Ungewöhnliches.


„Morty, also …“ sagte Leyla schließlich, ihre Stimme war ruhig, aber mit einem Hauch Misstrauen. „Kannst du uns sagen, von wem ihr angegriffen wurdet?“


Morty nickte langsam. „Natürlich. Ich werde Euch berichten, was ich weiß – doch nicht hier.“


Sein Blick glitt kurz über die Häuserwände, über die leeren Wege zwischen den Wurzeln und Ästen, als fürchte er, dass selbst die Stille Zeuge sein würde.


„Folgt mir bitte. Mein Heim ist … bescheiden, aber sicher. Und ich habe noch etwas Tee übrig. Frischer Nebelblütentee, mit einem Hauch von Mokra-Wurzel. Ein Heilergebräu. Es beruhigt die Nerven. Und ich habe das Gefühl, Ihr könntet das gebrauchen.“


Alexandra nickte wortlos. Vinessa setzte sich wieder in Bewegung, wirbelte um Morty herum, während Leyla innerlich aufhorchte.


Sie hatte viele eigenartige Wesen getroffen, aber dieser Mann wirkte nicht nur höflich, sondern… klug.


Doch sie sagte nichts weiter. Sie folgte ihm.



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Die Sectododen – sind ein uraltes Volk, geboren aus den Tiefen des Denja-Dschungels. Sie leben zurückgezogen, abgeschieden von der Welt jenseits des Blättermeers, fernab von Kriegen, Herrschaftsansprüchen und dem endlosen Drang anderer Völker, sich gegenseitig zu vernichten. 


Ihr Dasein war stets geprägt von Einklang – mit der Natur, mit sich selbst, mit dem leisen Fluss der Zeit. Sie waren nie zahlreich, doch dafür umso weiser. Ihre Städte – Jidar im Zentrum, flankiert von kleineren, kaum bekannten Siedlungen – wachsen mit den Bäumen, atmen mit dem Dschungel und folgen einer festen, doch unaufdringlichen Ordnung. 


An der Spitze jeder Stadt steht eine Königin, eine Hüterin der Tradition, mehr Symbol als Herrscherin. Die wahre Macht – soweit man bei den Sectododen überhaupt von Macht sprechen kann – liegt beim Wipfelheiler. Er oder sie ist der begabteste Heiler der Stadt, sowohl in der Magie als auch in der Kunst der Hände. 


Was andere Völker mit Waffen verteidigen, sichern die Sectododen durch ihr Wissen um Leben und Genesung. Gelehrte aus aller Welt träumen davon, einen von ihnen zu treffen. Nur wenigen gelingt es. Denn wer Jidar erreichen will, muss mehr mitbringen als Neugier – Demut, Geduld, und manchmal muss man sogar ein Stück seines alten Selbst im Dschungel lassen, um ihren Kreis betreten zu dürfen.


Doch dieser innere Frieden, diese bewusste Wehrlosigkeit wurde ihnen in Jidar zum Verhängnis. Als der Tod kam, kam er leise. Und niemand war da, um ihn aufzuhalten.



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Das Haus, in das Morty sie geführt hatte, war schlicht, aber sorgfältig eingerichtet – fast schon meditativ in seiner Ordnung. Möbel aus dunklem, glänzendem Holz standen entlang der Wände, geschnitzt mit feinen, natürlichen Mustern. In der Mitte des Raumes breitete sich ein schwarzer Teppich aus, gewebt aus einem Stoff, den Leyla nicht kannte. Er war weich unter ihren Füßen, hatte aber eine seltsame Kühle, die sich durch ihre Stiefel schlich, als würde er die Temperatur des Raumes still für sich behalten. Auf dem Tisch dampften filigrane Tassen, aus hellem, milchigem Porzellan. Der Duft des Tees war blumig, aber herb – fremd, aber beruhigend.


Sie hatten sich alle niedergelassen. Alexandra sprach zuerst. „Erzählst du uns, was passiert ist?“ fragte sie mit gedämpfter Stimme.


Morty nickte. „Vor drei Wochen“, begann er ruhig, „war der Tag, an dem mein Volk verschwand. Nicht nur Jidar wurde getroffen – alle Städte der Sectododen.“


Leyla sah ihn scharf an. Ihre Stimme war härter als beabsichtigt: „Aber du lebst noch.“


Morty sah sie einen Moment lang an, dann neigte er den Kopf. „Ja. Und ich erkläre euch auch gerne, warum. Dafür muss ich allerdings ein Stück zurückgehen – in meine Vergangenheit.“ Er nahm einen Schluck Tee, atmete einmal tief durch, und begann dann zu erzählen.


„Vor vielen Jahren verließ ich Jidar. Ich war jung, neugierig, töricht vielleicht. Ich wollte die Welt sehen – das Kaiserreich, seine Menschen, seine Wunder. Auf meiner Reise schloss ich mich mit zwei anderen Reisenden zusammen: einem Menschen namens Gregor aus Rubendy – ein gutmütiger Narr mit einem Herzen aus Gold – und einem Drachar. Ein junger, leidenschaftlicher Magier.“


Leyla zuckte kaum merklich. Morty und der Drachar kannten sich?


„Wir waren eine gute Gruppe“, fuhr Morty fort. „Wir reisten gemeinsam, bestanden Prüfungen, kämpften gegen Banditen, halfen Dörfern, retteten Leben. Doch eines Tages – während eines Überfalls – starb Gregor. Ich überlebte nur knapp. Der Drachar und ich trennten uns danach. Ich kehrte nach Jidar zurück. Er hingegen zog weiter. In die Kaiserstadt. Und trat dort den Kaiserlichen Kopfgeldjägern bei.“


Kopfgeldjäger? Drachar? Leyla versuchte fieberhaft, die Namen und Fragmente zu ordnen. War es Zuphoor? Oder jemand anderes? ,,Wie heißt der Drachar?’’


,,Ifrit. Er war begabt, wurde schnell stärker. Sieben Jahre war er Mitglied der Kopfgeldjäger. Doch dann kam Bunj. Er forderte ihn heraus. Und gewann. Doch tötete er Ifrit nicht. Er verschonte ihn. Und das – so sagte Ifrit später – war schlimmer als der Tod. Er fühlte sich entwertet. Gebrochen. Ausgestoßen. Er kam zu mir zurück – voller Zorn, voller Frust, auf der Suche nach einem Weg, mächtiger zu werden. Ich wollte es ihm nicht sagen… aber er war mein Freund. Ich vertraute ihm. Ich erzählte ihm von den Runensteinen.“


Morty schwieg für einen Moment. Sein Blick war leer, aber nicht kalt. Eher schuldig.


„Es war mein größter Fehler“, sagte er leise. „Ich dachte, er würde das Wissen mit Bedacht nutzen. Stattdessen… zog er nach Heim, zu Ziaho Tah. Dort erfuhr er vom Runenstein des Lebens und des Todes. Und irgendwann kehrte er hierher zurück – um den Runenstein von Tier und Monster zu fordern. Wir verweigerten es. Natürlich. Da kam der Schrecken.“


Seine Stimme wurde brüchig.


„Er tötete die Hälfte unserer Bewohner. Ohne Gnade. Ich… konnte nicht anders. Ich zeigte ihm den Weg. Und er versprach, den Rest zu verschonen. Aber er log. Er hat sie alle getötet. Alle. Bis auf mich.“


Er schwieg. Ein Hauch von Verzweiflung lag in der Luft, schwerer als der Dampf des Tees. Dann, fast tonlos: „Ich kann keine Nachkommen mehr zeugen. Wenn ich sterbe, endet die Geschichte unseres Volkes mit mir.“


Leyla hatte ihm still zugehört. Und doch – ihr Blick wurde kalt.


„Du hast ihn also stark gemacht“, sagte sie tonlos. „Hast ihm vom Stein erzählt. Die Macht erklärt.“


Morty hob eine Braue. „Und Ihr, Edle Miss Leyla, wollt mich verurteilen? Die Frau, die Mylrie zerstört hat? Die den Tod von Millionen Meriden verursacht hat?“


Alexandra sprang auf. Ihre Finger zuckten, als wolle sie nach ihrem Schwert greifen. Doch Leyla hielt sie zurück, nur mit einem kurzen Griff an den Arm. Dann wandte sie sich wieder an Morty.


„Du hast recht“, sagte sie. „Erzähl weiter.“


Morty nickte dankbar. „Ifrit hat bekommen, was er wollte. Und mich verschont. Vielleicht aus Gnade. Vielleicht aus Verachtung. Ich weiß es nicht.“


Leyla dachte nach. Ifrit. Sie hatte seinen Namen in alten Berichten gelesen, in Akten, in Geschichten. Er war lange vor ihr in der Kaiserstadt gewesen. Lange tot. Oder besser gesagt – verstoßen. Yang kannte ihn also. Sie hatte Leyla benutzt. Für ihre Ziele. Wozu wollte sie Ifrit lebend?


Der Gedanke schnürte ihr die Kehle zu. Yang war gefährlich. Bläsk war mächtig gewesen, aber Yang… Yang war noch einmal etwas anderes. Ein Spiel, das Leyla im Moment nicht spielen konnte.


Alexandra trat einen Schritt nach vorne. Ihr Ton war ruhig, aber fordernd. „Wir haben genug geredet. Sag uns, wo er jetzt ist.“



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„Das“, begann Morty mit bedächtiger Stimme, „das weiß ich nicht. Er ist mit Kagendra weitergereist – seiner Drachin, seiner treuesten Begleiterin. Nach dem Massaker hat er nicht zurückgeblickt. Er hat sich nicht verabschiedet. Kein Wort. Nur dieser Blick… leer, als hätte er alles verloren – oder alles gewonnen. Ich weiß nicht, wohin es ihn verschlagen hat. Ich bezweifle, dass er selbst es weiß.“


Leyla spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog. Eine Mischung aus Enttäuschung und Unruhe, die sie nicht mehr losließ. Sie waren nicht umsonst nach Jidar gekommen – aber der Preis war hoch. Zu hoch. Eroica war tot. Ihre Leibdienerin, ihre Freundin. Und was hatten sie bekommen? Fragmente. Namen. Erinnerungen.


Sie schloss kurz die Augen und atmete durch.


„Wie viel weißt du über die Runensteine?“ fragte sie dann. Ihre Stimme war wieder ruhig, aber nicht mehr weich. Es war die Stimme der Kopfgeldjägerin.


Morty nahm sich Zeit, ehe er antwortete. „Ich weiß, dass es dreizehn gibt. Dreizehn Runensteine. Und ich weiß, dass Ihr und Ifrit sie sammelt.“


Dreizehn. Leyla runzelte die Stirn. Alles, was sie bislang wusste, sprach von zwölf. Doch dreizehn?


„Woher weißt du von der Dreizehn?“ fragte sie scharf.


„Ifrit sprach davon. Er sagte, es gäbe einen letzten, verborgenen. Der Erste und der Letzte. Der, den niemand besitzen darf.“


Leyla schluckte. Sie spürte, wie ein Faden gezogen wurde. Einer, der tief in die Vergangenheit reichte.


„Weißt du, wo sich weitere Steine befinden?“ fragte sie weiter.


Morty schwieg kurz, dann nickte er. „Von einem weiteren weiß ich. Der Runenstein von Licht und Schatten. Er liegt tief in den Abgründen der Dämonenstadt Eratula.“


Eratula. Der Name hallte in Leylas Kopf nach. Eine Ruinenstadt, tief in den dunklen Hügeln der Larifen. Vergessen, verdrängt. Sie hatte einmal davon gelesen – alte Expeditionen, verschwundene Gelehrte, Gerüchte über Portale und Dämonen. Wenn dort wirklich ein Runenstein lag, dann war der Weg dorthin kein leichter.


„Was weißt du sonst noch?“ fragte sie.


„Wenig“, antwortete Morty ehrlich. „Nur, dass es neben euch noch einen Dritten gibt, der sie sammelt. Ein Adliger aus dem Kaiserreich. Wer genau – das weiß ich nicht. Ifrit hat seinen Namen nie genannt. Nur, dass der Mann bereits einen Stein besitzt.“


Leyla ballte die Hände. Es wurde enger. Die Steine waren nicht länger nur etwas, das sie sammelte und suchte. Sie waren umkämpft. Und anscheinend gab es deutlich mehr die von ihnen wussten, als sie angenommen hatte.


Sie blickte zu Alexandra. Ihr Blick war stumm, aber klar. Auch Vinessa hatte verstanden. Zensa war draußen geblieben – im Nachhinein war das eine weise Entscheidung gewesen.


Leyla atmete einmal tief durch. Dann stand sie auf.


„Du verstehst“, sagte sie ruhig, „dass ich dich nicht leben lassen kann, oder?“


Morty nickte. Kein Zorn. Keine Panik. Nur Müdigkeit. Alte, tiefe Müdigkeit. „Ich habe abgeschlossen. Seit jenem Tag, an dem Ifrit hier war, wusste ich, dass es endet. Ich bitte Euch, Edle Miss Leyla, tut es schnell. Schmerzlos.“


Leyla sah ihm in die Augen. Da war kein Hass. Nur ein Echo von dem, was einst gewesen war.


„Danke für deine Ehrlichkeit, Morty“, sagte sie.


Dann hob sie die Hand. Magie flackerte auf – ein Pfeil aus verdichtetem Eisen formte sich, begann leise zu rotieren. Er surrte, schwebte in der Luft, suchte sein Ziel. Einen Wimpernschlag später zuckte Leylas Hand.


Der Pfeil bohrte sich durch Mortys Kopf.


Er sackte zusammen, grünes Blut floss auf den schwarzen Teppich.


Es war nun still. Keine Bewegung. Keine Qual. Der letzte Sectodod war tot.

 
 
 

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