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Kapitel 56 - Kleiner Wellensittich

12. Jan. 2025
10 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Jan. 2025

Leyla schloss die Augen, um sich zu konzentrieren. Das Mana in ihrem Körper begann in ihr zu pulsieren, wie ein Fluss, der nach dem brechen des Dammes wieder zu strömen begann. Es war ein gutes, befreiendes Gefühl, nach so langer Zeit endlich wieder Magie zu nutzen. Sie ließ diese Energie in sich kreisen, spürte, wie sie ihren Körper durchströmte.


Als sie die Augen wieder öffnete, fixierte sie einen kleinen Stein vor sich. Mit einem bloßen Gedanken ließ sie ihn schweben und begann ihn langsam zu rotieren. Der Stein drehte sich schneller und schneller, bevor Leyla ihn mit einer plötzlichen Bewegung auf eine Übungspuppe am anderen Ende des Platzes schleuderte.


—KRACH—


Der Stein traf die Puppe nicht und zerschellte stattdessen mit einem lauten Knall an der massiven Mauer. Leyla runzelte die Stirn und hob ihre Hand erneut. Diesmal ließ sie einen Steinspeer in der Luft entstehen, wie sie ihn einst im Kampf gegen Bournadette genutzt hatte. Der Speer wuchs rasch in die Länge, seine Oberfläche unregelmäßig und voller Energie. Bevor er zu groß wurde, schleuderte Leyla ihn mit einem Zischen nach vorne.


Der Speer traf die Puppe, jedoch nicht zentral. Doch die Wucht des Aufpralls reichte aus. Das Holz zersplitterte, und der Speer schoss sich mit einem ohrenbetäubenden Knall gegen die Mauer. Leyla starrte auf die unversehrte Wand und zog überrascht die Augenbrauen hoch.


Yaga, der sie beobachtet hatte, schmunzelte und sagte mit einem Lachen: ,,Die Mauern sind mit einem Schutzzauber belegt. Die kriegst du nicht klein.’’


Leyla nickte langsam und murmelte: ,,Achso, das ergibt Sinn… Dann kann ich ja wirklich alles geben.’’ 


Ein entschlossenes Lächeln huschte über ihr Gesicht. Sie konzentrierte sich erneut, ihre Hände leicht ausgestreckt. Diesmal erschuf sie wieder einen Steinspeer, doch sie ließ ihn weiter wachsen. Innerhalb weniger Augenblicke wuchs er von der Größe eines Stiftes zu der eines Pferdes. Doch das war noch nicht genug. Sie spürte, wie ihr Mana unaufhaltsam in den Speer floss, und anders als früher, als ihre Kraft begrenzt gewesen war, schien sie nun kein Ende zu kennen.


Yaga pfiff anerkennend. Er lehnte sich auf eine der Bänke am Rand des Übungsplatzes zurück und zog ein kleines Notizbuch hervor. Aus dem Augenwinkel bemerkte Leyla, wie er begann, darin zu schreiben.


,,Klar, er soll mich ja untersuchen, hatte ich fast vergessen’’, murmelte Leyla vor sich hin. Der Speer war mittlerweile auf die Größe eines Hauses angewachsen, seine Oberfläche von rotierenden, scharfen Kanten durchzogen.


Leyla schloss ihre Augen für einen Moment, visualisierte den rotierenden Speer und gab ihm mit ihrer Magie die gewünschte Bewegung. Der Speer begann sich zu drehen, schneller und schneller, bis er wie eine tödliche Waffe in der Luft schwebte. Mit einer schnellen Bewegung schleuderte Leyla ihn ab. Der Windstoß, den der Start verursachte, war so stark, dass Leyla fast das Gleichgewicht verlor.


—KAWAMM—


Das Geräusch hallte über den gesamten Platz. Leylas Herz setzte kurz aus, als sie sah, was sie angerichtet hatte. Der Speer hatte die angeblich unzerstörbare Mauer durchschlagen – und auch das Haus dahinter. Leyla schluckte schwer, ihre Gedanken wirbelten. ,,Scheiße, das war zu viel, hoffentlich hat sich niemand verletzt.’’



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Leyla blickte unsicher zu Yaga, ihre Augen suchten in seinem Gesicht nach einem Zeichen, dass alles in Ordnung war. Vielleicht würde er lachen und ihr sagen, dass der Schaden kein Problem sei. Doch zu ihrem Entsetzen bemerkte sie, wie Yaga sein Notizbuch fallen ließ. Seine Augen waren weit aufgerissen, sein Gesichtsausdruck war von Schock und Überraschung geprägt.


,,Ähm… Das… Das war nicht absichtlich, ich hatte nicht gedacht, dass ich sie durchschlagen würde’’, stammelte Leyla leise. Ihre Stimme zitterte, während sie auf die Knie sank, als ob das Gewicht ihrer eigenen Kräfte sie niederdrückte.


Für einen Moment blieb Yaga reglos, seine Augen fixierten den beschädigten Bereich. Doch dann schien er sich wieder zu sammeln. Er bückte sich, hob sein Notizbuch auf und steckte es ruhig in seine Tasche. Mit festen Schritten ging er auf Leyla zu, sein Gesicht hatte wieder diese ruhige, fast väterliche Ausstrahlung angenommen. Er streckte ihr die Hand entgegen.


,,Du hast meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Und du sagst, du hattest diese Kraft auf einmal?’’ Seine Stimme klang fasziniert, fast bewundernd.


Leyla nickte stumm, ihre Hände zitterten leicht, als sie sich von ihm hochziehen ließ. ,,Ist niemand verletzt?’’ fragte sie schließlich, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern.


Yaga schüttelte den Kopf, ein beruhigendes Lächeln spielte auf seinen Lippen. ,,Ach, da mach dir keine Sorgen. Das ganze Gebiet ist für den heutigen Tag verlassen, damit uns niemand stört.’’ Er schien überaus zufrieden, fast als hätte sie eine unsichtbare Prüfung bestanden.


Doch Leyla fühlte keine Erleichterung. War es wirklich gut, dass er zufrieden war? Oder hatte sie mit dieser Demonstration nur die Ketten enger gezogen, die sie festhielten?


,,Für heute sollte das reichen, ich lege dir die Armreife wieder an und kümmere mich darum, dass der Schaden behoben wird.’’ 


Leyla seufzte innerlich. Sie hatte von Anfang an gewusst, dass sie die magieunterdrückenden Handschellen wieder angelegt bekommen würde, und jeder Widerstand dagegen wäre nutzlos gewesen. Mit einem resignierten Ausdruck streckte sie ihre Arme aus, ihre Hände zitterten leicht. Sie fühlte den vertrauten Druck der Armreife um ihre Handgelenke und spürte, wie das Mana in ihr abrupt verstummte. Es war, als würde ein Teil von ihr wieder eingeschlossen werden.


Plötzlich wurde die Stille des Übungsplatzes von einer donnernden Stimme zerrissen. Sie war tief, rau und durchdringend, klang wie das Knurren eines wilden Tieres. Die Worte hallten über den Platz und ließen Leyla zusammenzucken.


[???] ,,YAGARR, WAS HAT DAS ZU BEDEUTEN???’’


Die Stimme schien aus einer Richtung hinter ihnen zu kommen. Leyla spürte, wie ein kalter Schauer über ihren Rücken lief, während sie sich langsam umdrehte. Yaga hingegen blieb ruhig, sein Gesicht zeigte keine Spur von Überraschung oder Angst, nur eine leichte Anspannung in seinem Kiefer.



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Leyla drehte sich langsam in die Richtung, aus der die donnernde Stimme gekommen war. Vor dem Loch in der Mauer, das sie gerade noch mit ihrer Magie geschaffen hatte, stand ein Krieger, dessen Erscheinung sie im ersten Moment stocken ließ. Seine Gestalt war affenähnlich, mit dichtem braunem Fell und einem langen Kampfstab, der bedrohlich in seiner Hand lag. Seine Zähne waren gebleckt, und seine Haltung strahlte eine aggressive Wachsamkeit aus.


,,YAGARR, ERRKLÄRR MIRR DAS HIERR!’’ donnerte er erneut, seine Stimme grollte über den Platz wie ein Erdbeben. Er richtete seinen Kampfstab direkt auf Leyla und Yaga.


Leyla war unsicher, ihre Augen huschten zu Yaga, der die Situation scheinbar ruhig betrachtete. ,,Wer ist das?’’ fragte sie leise, in der Hoffnung, dass Yaga eine beruhigende Antwort parat hatte.


,,Das’’, begann Yaga mit einem leisen Seufzen, ,,das ist Bunj, der dritte der Kaiserlichen Kopfgeldjäger. Er stammt aus dem Denja-Dschungel. Mit dem solltest du dich nicht anlegen.’’


Leyla schluckte schwer. Der Name, gepaart mit der Beschreibung, rief ihr Bournadette in Erinnerungen. ,,Na super. Die Warnung kommt etwas spät’’, dachte sie nervös und spürte, wie ihre Finger leicht zu zittern begannen.


Yaga hob die Stimme, sein Tonfall blieb gelassen. ,,Komm her, dann musst du auch nicht so schreien Bunj!’’ 


Kaum waren die Worte gefallen, schoss Bunj wie ein brauner Blitz über den Platz. Sein Tempo ließ Leyla kaum reagieren, und im nächsten Moment stand er direkt vor ihr. Er war groß, gut zwei Köpfe größer als sie, und sein Gesicht war von zahlreichen Narben durchzogen. Seine Augen glühten wie zwei kleine Kohlen, brennend und aufmerksam. Leyla fühlte, wie ihr die Luft wegblieb, als sein intensiver Blick sie fixierte.


,,Na, werr bist du denn, Kleine?’’ fragte er mit seiner knurrenden Stimme, die jetzt zwar leiser, aber nicht weniger bedrohlich klang. Leyla öffnete den Mund, doch bevor sie antworten konnte, trat Yaga schnell dazwischen. Er stellte sich schützend vor sie und legte eine Hand leicht auf ihre Schulter, als wolle er sie beruhigen.


,,Das ist Leyla, sie ist ein Gast von Kronprinz Eugenius. Für die Zerstörung entschuldige ich mich, das war mein Fehler. Ich werde dafür sorgen, dass alles repariert wird.’’ Yaga sprach mit ruhigem Ton, doch Leyla spürte die leichte Anspannung in seinem Körper. Er wirkte nicht eingeschüchtert, aber überlegt, als würde er genau abwägen, wie er mit Bunj umgehen sollte.


Bunj knurrte leise, seine Lippen verzogen sich zu einem spöttischen Lächeln. ,,Dich habe ich nicht gefrragt, Yagarr’’, Mit einer schnellen Bewegung schob er Yaga zur Seite, als wäre er kaum mehr als ein Hindernis. Nun stand er wieder direkt vor Leyla, die nervös zu ihm aufschaute.


,,Nun, kleinerr Wellensittich, werr bist du?’’ fragte er erneut, und Leyla bemerkte, wie ihre Knie leicht zitterten. Wellensittich? Wie kam er denn darauf? Sie erinnerte sich vage an die kleinen bunten Vögel, über die sie in dem Kapitel über den Denja-Dschungel gelesen hatte. Der Name wirkte fast verspottend, doch sie war sich nicht sicher, ob dies seine Absicht war.


,,Ich bin Leyla’’, sagte sie schließlich vorsichtig, ihre Stimme ruhig, doch sie ließ den großen Affen keine Sekunde aus den Augen. ,,Ich bin ein Gast bei Kronprinz Eugenius, wie Yaga schon meinte.’’


Bunj betrachtete sie einen Moment lang mit seinem glühenden Blick, bevor er schnaubte und sich leicht zurücklehnte. ,,Ich verrstehe, ja ich verrstehe deine Situation sehrr gut.’’ Seine Stimme war immer noch leise, diesmal gefährlich sanft. Dann hob er seine große Hand und tätschelte grob ihren Kopf, was Leyla ein gemischtes Gefühl bescherte.


,,Nun denn, pass auf dich auf, kleinerr Wellensittich.’’ Mit diesen Worten wandte er sich ab und richtete seinen Blick wieder auf Yaga. Seine Augen verengten sich, und seine Stimme wurde wieder lauter, donnernder. ,,Denk drran Yagarr, ich behalte dich im Blick.’’


Mit einem gewaltigen Sprung schoss er über die Mauer und verschwand aus dem Blickfeld. Leyla spürte, wie die Anspannung aus ihrem Körper wich, doch ein leises Zittern blieb in ihren Händen zurück.



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Leyla blieb während des gesamten Weges zurück in ihr Zimmer still. Ihre Gedanken kreisten unaufhörlich um Bunj, den affenähnlichen Krieger. Seine Erscheinung, seine Präsenz – alles an ihm schien in ihrem Kopf nachzuklingen, wie ein Echo, das sie nicht abschütteln konnte.


,,Ein weiterer Kaiserlicher Kopfgeldjäger…’’ dachte sie. ,,Yang, Bournadette und jetzt er. Wenn er die Nummer drei ist, muss er unglaublich stark sein. Er wirkte auf jeden Fall so.’’


Ihre Gedanken glitten zu dem Namen zurück, den er ihr gegeben hatte: Wellensittich. Leyla überlegte, was er damit gemeint haben könnte. War es ein Spitzname zur Verniedlichung? Eine Beleidigung? Vielleicht sogar ein Kompliment? Sie konnte es nicht einordnen.


Auch die grobe, aber nicht feindselige Art, mit der er ihr den Kopf getätschelt hatte, ließ sie nicht los. ,,Es war seltsam… irgendwie wirkte er, nachdem er von Kronprinz Eugenius erfahren hatte, fast freundlich.’’ Sie schüttelte leicht den Kopf, unsicher, wie sie diese Begegnung deuten sollte.


Als sie bei ihrem Zimmer ankamen, atmete sie erleichtert auf. Die gewohnte Umgebung ließ sie sich etwas entspannen. Trotz allem war es immer noch ein Käfige, doch sie fühlte sich darin vorübergehend sicher.


,,Mach dir wegen Bunj nicht zu viele Gedanken. Er ist…’’ begann Yaga, doch Leyla fiel ihm ins Wort. ,,Ich weiß, er ist keine schlechte Person.’’


Yaga hob eine Augenbraue, ein Ausdruck von Überraschung huschte über sein Gesicht. ,,Das wollte ich nicht sagen, aber damit hast du wohl auch Recht.’’ Er seufzte leise und sprach weiter. ,,Wie dem auch sei, du solltest dich trotzdem von ihm fernhalten. Ruh dich gut aus. Ich komme in ein paar Tagen wieder, dann können wir ausführlich über deine Magie sprechen.’’


Leyla nickte und schloss die Tür hinter ihm. Die vertraute Stille des Zimmers umfing sie, und sie begann, sich ihre Klamotten vom Körper zu streifen. Ihr Blick wanderte zur kleinen Tür, die in ihr privates Badezimmer führte. Bis auf die Toilette hatte sie den Raum bisher kaum genutzt, doch heute spürte sie den Wunsch, ein heißes Bad zu nehmen.


Im Badezimmer drehte sie die Wasserhähne auf, und heißes Wasser begann, die große Wanne zu füllen. Die Wanne war riesig, groß genug, dass mehrere Personen darin Platz gehabt hätten, und Leyla betrachtete sie einen Moment lang. Dann wandte sie sich den Flaschen mit Duftschaum zu, die ordentlich auf einer Ablage standen. Sie nahm eine Flasche mit Zitronenaroma, öffnete sie und ließ den Duft ins einströmende Wasser fließen.


Das warme, aufsteigende Aroma erfüllte den Raum, und Leyla lächelte leicht. Nachdem sie sich ihrer Unterwäsche entledigt hatte, wartete sie einen Moment, bevor sie vorsichtig in die Wanne stieg. Das heiße Wasser umhüllte sie, und ein angenehmes Kribbeln breitete sich über ihre Haut aus. Ihre Muskeln begannen sich zu entspannen, und Leyla schloss die Augen.


Für einen Moment ließ sie alles los. Ihre Gedanken durften treiben, wie Blätter auf einem ruhigen See.



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Leyla ließ ihren Kopf gegen den Rand der Badewanne sinken, das Zitronenaroma füllte die Luft um sie herum. Ihre Gedanken begannen abzudriften, fort von dem warmen Wasser, hin zu denjenigen, die ihr nahegestanden hatten, hin zu denjenigen, die sie vermisste. 


Liam, Roxy und Himmel. Wie es ihnen wohl erging? Sie konnte sich nicht helfen, aber die Fragen nagten an ihr: Waren sie am Leben? Suchten sie nach ihr? Oder hatten sie längst aufgegeben?


Mit einem tiefen Atemzug schob sie den Gedanken beiseite. Es brachte nichts, sich über Dinge den Kopf zu zerbrechen, die außerhalb ihrer Kontrolle lagen. Falls sie noch lebten, würde sie sich ihnen widmen, wenn die Zeit dafür gekommen war. Wenn sie in Freiheit war.


Ihre Gedanken wanderten zurück zu den Personen, die sie hier, in diesem goldenen Käfig, umgaben. Sie konzentrierte sich auf das Hier und Jetzt; Auf jene, die ihre unmittelbare Zukunft ausmachten.


Der Kronprinz. Leyla zog eine Grimasse. Sie mochte ihn nicht. Er hatte ihr sehr deutlich gemacht, wo sie in seiner Welt stand – und das war weit unter ihm. Ja, es hätte schlimmer kommen können, doch es änderte nichts an ihren Gefühlen. Niemals würde sie einem Prinzen vertrauen.


Charles, sein Leibdiener, war ein Rätsel für sich. Er zeigte kaum Emotionen, war in seiner Haltung stets makellos. Leyla konnte ihn nicht durchschauen, und das machte ihn in ihren Augen noch unheimlicher. Sie wusste nicht, ob sie je eine Verbindung zu ihm aufbauen könnte – oder ob sie es überhaupt wollte.


Filia war ihre einzige Freundin hier, und Leyla schätzte sie sehr. Es war nicht nur die Wärme, die sie von ihr empfing, sondern auch das Gefühl, ein ähnliches Schicksal zu teilen. Sie fühlte sich mit ihr verbunden, und eines war klar: Wenn sie diesen Ort eines Tages verließ, würde Filia an ihrer Seite sein.


Und dann war da Yaga. Leyla runzelte die Stirn. Er war freundlich, ja, aber irgendetwas an ihm ließ sie zögern. Es war, als ob seine Worte und sein Verhalten von einer unterschwelligen Manipulation durchzogen waren.


Ihre Gedanken kehrten zu Bunj zurück, dem affenähnlichen Krieger, der sie vorhin so beeindruckt hatte. ,,Was wenn Bunj jemand ist, zu dem ich Kontakt suchen sollte?’’ murmelte sie leise, ihre Stimme wurde vom warmen Schaum gedämpft, der die Wasseroberfläche bedeckte. ,,Was wenn er mir helfen kann?’’


Ein leiser Seufzer entkam ihr. Sie brauchte Verbündete, und zwar mächtige. Ohne sie würde sie nicht weit kommen. Aber bevor sie diesen Weg einschlagen konnte, musste sie ihre Magie verbessern, sie meistern und kontrollieren lernen. Nur so hätte sie eine Chance – für ihre Freiheit und für die, die ihr wichtig waren.

 
 
 

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