Kapitel 89 - Die Blume verwelkt
- empirewebnovel
- 21. Feb. 2025
- 10 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 22. Feb. 2025

Taliba erwachte mit einem stechenden Schmerz im Unterleib. Ihr Körper fühlte sich schwer an, eine unsichtbare Last drückte ihn zu Boden. Seit Wochen hielt dieser Zustand an – eine endlose Abfolge von Qualen, die sich wie ein Schatten über sie gelegt hatten. Sie existierte nur noch, funktionierte, ohne einen Funken von Hoffnung oder Widerstand.
Die Morgensonne schien durch das kleine Fenster des Zimmers, doch sie fühlte keine Wärme. Das Licht brannte in ihren müden Augen, aber es war nicht das Licht des Lebens – es war bloß eine Erinnerung daran, dass ein weiterer Tag begonnen hatte, den sie durchstehen musste.
Langsam setzte sie sich auf, ihre Bewegungen kraftlos und müde. Der Tagesablauf war immer derselbe, ein Uhrwerk aus Disziplin und Erniedrigung. Morgens aufstehen – Leonhardt war längst fort. Vormittags lernen – Yagas kalte, durchdringende Augen ließen sie nicht aus dem Blick. Mittags putzen – eine weitere Demütigung, die Leonhardt ihr auferlegt hatte. Nachmittags kämpfen – oder eher, geschlagen werden. Abends essen – eine kleine Gnade, die sie allein Raya verdankte. Nachts… Nachts legte sich Leonhardt zu ihr.
„Wenn ich doch nur sterben könnte…“ hauchte sie leise in die Leere des Zimmers. Doch selbst der Tod war ihr verweigert.
Sie zwang sich aufzustehen, zog mit müden Bewegungen ihre Kleider an und verließ das Zimmer. Jeder Schritt fühlte sich an, als würde sie durch knietiefen Schlamm waten. Ihr Blick war leer, ihre Augenringe tief.
Als sie den Lernraum betrat, saß Yaga bereits auf einem der Stühle. Die Art, wie er sie ansah – mit diesem falschen Lächeln, das niemals seine Augen erreichte – ließ Taliba frösteln.
„Ah, da bist du ja, Taliba!“ begrüßte er sie mit einem Tonfall, der freundlich klingen sollte, aber in Wahrheit nichts weiter als kalte Manipulation war.
Sie sagte nichts, setzte sich wortlos ihm gegenüber. Ihre Augen wanderten zu dem Stapel Pergamente auf dem Tisch – Texte, die sie in den letzten Wochen studiert hatte. Doch als sie danach greifen wollte, hielt Yaga sie zurück. Seine Hand legte sich auf ihr Knie, ein kaum merklicher, aber gezielter Druck.
„Nein“, sagte er mit einem seltsamen Glitzern in den Augen. „Die brauchst du nicht mehr zu lesen.“
Er griff unter seinen Umhang und zog eine einzelne, alte Schriftrolle hervor. Das Pergament war brüchig, seine Ränder leicht verbrannt. Taliba spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog, als sie es entgegennahm. Ihre Finger zitterten, während sie es langsam aufrollte.
„Lies diese hier“, befahl Yaga ruhig, aber in seiner Stimme lag eine unausweichliche Erwartung.
Taliba schluckte. Irgendetwas an dieser Schriftrolle war anders. Sie wusste nicht, was es war – aber sie spürte, dass die Worte, die sie gleich lesen würde, alles verändern würden.
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Vor langer, langer Zeit wurde ein kleiner Junge geboren, dessen feuerrotes Haar so auffällig war wie die Gabe, die tief in ihm schlummerte – eine Gabe, die er selbst noch nicht verstand. Doch in einer Welt, in der Stärke alles bedeutete, galt er als schwach, zu schwach, um jemals irgendetwas zu erreichen. Er war nicht nur einer unter vielen, er war der Schwächste.
Die anderen verspotteten ihn, sahen ihn mit Verachtung an. Mit jedem Tag wuchs seine Einsamkeit, und mit ihr die Bitterkeit in seinem Herzen. Er war der Junge, über den man lachte, den man triezte, den man misshandelte, weil man es konnte. Und weil niemand ihn schützte.
Eines Tages eskalierte die Situation. Ein junger Mann, bekannt für seine meisterhaften Feuerzauber, machte den Jungen zum Ziel seiner Grausamkeit.
„Schwächling! Feigling! Verschwinde! Stirb!“
Seine Worte waren wie brennende Pfeile, die sich tief ins Herz des Jungen bohrten. Die Schläge folgten, hart und unerbittlich, ein endloser Sturm der Demütigung. Der Junge weinte, sein kleiner Körper bebte unter den Hieben.
Dann sah das Messer, halb verborgen im Staub. Sein Blick blieb daran haften. Es war klein, kaum mehr als ein Küchenmesser, aber in diesem Moment bedeutete es alles. Ohne nachzudenken, ohne wirklich zu verstehen, was er tat, griff er danach – und stach zu.
Einmal. Zweimal. Wieder und wieder.
Die Schreie des jungen Mannes erstickten, sein Körper erschlaffte. Blut tränkte den Boden. Stille.
Dann spürte der Junge es. Eine Macht, die durch ihn hindurchfloss, wie ein Feuer, das ihn von innen heraus entfachte. Er keuchte, blinzelte, und plötzlich wusste er es. Die Kraft des Mannes war nicht einfach mit ihm gestorben – sie war in ihn übergegangen.
Sein Herz raste, sein Atem stockte. Er hatte eine Theorie. Eine Theorie, die er testen musste.
Er drehte sich um. Sah sein Dorf. Spürte die Leben darin. Und mit einer Handbewegung setzte er es in Flammen.
Die Nacht wurde zum Tag, als das Feuer alles verschlang. Die Schreie der Dorfbewohner vermischten sich mit dem Knistern des brennenden Holzes, doch der Junge stand einfach nur da. Er fühlte es – jede Seele, die in den Flammen erlosch, jedes Leben, das endete, wurde ein Teil von ihm. Seine Theorie war richtig.
Mit jedem Mord wurde er stärker.
Von diesem Tag an zog er durch die Länder, wanderte von Stadt zu Stadt, von Reich zu Reich. Er tötete ohne Gnade, und mit jedem Leben, das er nahm, wuchs seine Macht. Körperliche Stärke, magische Fähigkeiten – selbst die Lebensenergie seiner Opfer floss in ihn über. Er alterte nicht. Er blieb ewig ein junger Mann.
Jahrzehnte vergingen, dann Jahrhunderte.
Bald war er nicht mehr nur ein Wanderer. Bald war er eine Legende. Eine Plage für die Herrscher dieser Welt. Niemand war sicher vor ihm. Kein König, kein Magier, kein Krieger.
Und eines Tages, nach zweihundert Jahren des Blutvergießens, wandte er sich den Erzengeln zu. Sein letzter Kampf ließ die Erde erzittern, ließ die Himmel brennen. Selbst die Erzengel bluteten. Doch am Ende, nach einer Schlacht, die ihresgleichen suchte, fiel er.
Verwundet. Geschwächt. Sterbend.
Aber nicht gebrochen.
Mit seinem letzten Atemzug erhob er seine Stimme, und die Erde selbst schien zu lauschen.
„Hört, Herrscher der Welt“, sprach er, und sein Blick war fester als je zuvor. „Wenn eure Kraft verfallen ist, wenn eure Namen vergessen wurden – werde ich zurückkehren. Ich werde wiederkommen. Und ich werde jeden einzelnen von euch niederstrecken. Auf dass es keine Herrscher mehr gibt.“
Dann schloss er die Augen. Und die Welt hielt den Atem an.
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Als Taliba fertig war, blickte sie zu Yaga auf. Er saß da, die Arme vor der Brust verschränkt, seine Miene undurchdringlich. Seine gelben Augen schienen durch sie hindurchzusehen, als würde er auf etwas Bestimmtes warten. Doch er sagte nichts. Die Stille dehnte sich, schwer wie eine drohende Gewitterwolke, und für Taliba wurde sie mit jeder Sekunde unerträglicher.
,,I-Ich bin fertig…’’ flüsterte sie schließlich, ihre Stimme kaum mehr als ein Hauch.
Yaga hob eine Augenbraue und begann, mit seinen Fingern auf dem Tisch zu trommeln. Das rhythmische Klopfen schnitt sich in Talibas Gehör, ließ ihre ohnehin strapazierten Nerven noch mehr spannen.
„Das kann ich sehen.“ Seine Stimme war trocken, unbeteiligt, als würde er eine belanglose Feststellung treffen.
Die Stille kehrte zurück. Taliba spürte, wie ihre Finger zitterten. Sie wollte sich nicht bewegen, nicht atmen, nicht existieren. Doch Yaga ließ ihr keine Wahl.
„Lies es nochmal.“
Ihr Herz zog sich zusammen. Wieso? Wieso noch einmal? Doch sie wagte es nicht, zu widersprechen. Also senkte sie erneut den Blick auf die vergilbten Pergamente und begann, sie Wort für Wort zu lesen. Wieder. Und wieder. Jedes Mal, wenn sie dachte, sie sei endlich fertig, befahl Yaga ihr, von vorn zu beginnen. Es war, als würde er sie zwingen, die Worte in ihre Haut zu ritzen, sie tief in ihren Verstand einzubrennen, bis sie nichts anderes mehr war als diese Schrift.
Die Zeit wurde bedeutungslos. Der Raum um sie herum verschwamm. Ihre Gedanken zerflossen.
Als schließlich die Mittagssonne hoch am Himmel stand, erhob sich Yaga ohne Vorwarnung. „Komm mit.“ Seine Stimme war knapp, ein Befehl, der keinen Widerspruch duldete. Ohne sich umzudrehen, schritt er aus dem Raum.
Taliba folgte ihm, ihre Glieder schwer wie Blei. Ihr Körper wollte nicht mehr, doch ihr Verstand wusste, dass Zögern Strafe bedeuten würde. Normalerweise hätte sie jetzt das Schlafzimmer putzen müssen, doch Yaga führte sie stattdessen tiefer in die Katakomben des Wüstendorfes. Je weiter sie hinabstiegen, desto kühler wurde die Luft, und das Licht der Fackeln warf flackernde, unheilvolle Schatten an die Wände.
Schließlich erreichten sie einen runden Raum.
Zehn Fackeln brannten im Kreis, ihr Licht spiegelte sich auf dem steinernen Boden wider, wo seltsame Symbole in den Stein geritzt waren. Am Rand des Raumes saßen Leonhardt und Raya auf einfachen Holzstühlen, ihre Gesichter ausdruckslos. Und dann waren da noch die anderen – regungslose Gestalten in weißen Roben, die stumm an den Wänden standen, als wären sie nur Schatten ohne Leben.
Talibas Magen zog sich zusammen. Wer waren diese Leute?
„Stell dich in die Mitte.“ Leonhardts Stimme war scharf wie eine Klinge.
Taliba erstarrte. Ihre Füße wollten sich nicht bewegen, ihr Körper wehrte sich, doch dann suchte ihr Blick Raya – und die junge Frau nickte kaum merklich. War dies also der Moment? Der Grund für all ihre Qualen?
Mit wackligen Beinen trat sie in die Mitte des Kreises. Ihr Herz hämmerte in ihrer Brust, jeder Atemzug fiel ihr schwer.
Yaga begann zu sprechen. Nicht in der Sprache, die sie kannte, sondern in einer fremden, dunklen Zunge. Die Worte klangen roh, uralt, als gehörten sie nicht in diese Welt. Der Raum schien mit jeder Silbe enger zu werden, als würde sich die Luft verdichten.
Und dann begannen die Schmerzen.
Ein brennender, alles verzehrender Schmerz riss durch ihren Körper. Es war, als würde kochendes Wasser über sie gegossen, als würden tausend Nadeln in ihre Haut getrieben. Ihre Knochen fühlten sich an, als würden sie sich verformen, ihre Eingeweide brannten, als würde etwas sie von innen heraus zerreißen.
Taliba schrie. Ein Laut, der durch den Raum gellte, voller Qual, voller Hoffnungslosigkeit. Sie krümmte sich, fiel auf die Knie, doch die Schmerzen ließen nicht nach. Ihr Kopf schlug gegen den harten Boden, doch niemand schritt ein. Niemand zeigte Erbarmen.
Die Robenträger standen still wie Statuen. Raya beobachtete sie mit kalten Augen. Und Leonhardt? Er lachte.
Wie lange das andauerte, wusste sie nicht. Minuten? Stunden? Irgendwann ließ der Schmerz nach, so plötzlich, dass sie nur noch keuchend auf dem Boden lag, unfähig, sich zu bewegen.
„Wieso funktioniert es nicht?!“ Leonhardts wütender Schrei zerschnitt die Stille. Mit einer groben Bewegung schlug er auf die Armlehne seines Stuhls, seine Miene verzerrt vor Zorn.
Yaga schien weniger wütend, eher nachdenklich. Er strich sich über das Kinn, ging langsam im Kreis, als würde er nach der Antwort suchen. „Sie ist noch nicht völlig gebrochen.“ Seine Stimme war fast enttäuscht. „Da ist noch ein Rest Lebenswille in ihr.“
Leonhardt sprang auf, seine Augen glühten vor finsterem Vergnügen. „Dagegen kann ich was tun.“
Doch dann, zum ersten Mal an diesem Tag, erhob Raya ihre Stimme.
„Nein.“
Leonhardt blieb abrupt stehen. Sein Blick zuckte zu ihr, doch sie hielt seinem Zorn stand. „Du hattest Wochen Zeit, sie zu brechen. Und du bist gescheitert.“ Ihre Worte waren ruhig, sachlich – und absolut gnadenlos.
Dann stand sie auf und ging zu einer Kiste in der Ecke des Raumes. Ohne Eile öffnete sie sie, griff hinein und zog einen Beutel hervor. Sie kehrte zu Taliba zurück und beugte sich über sie.
„H-Hab i-ich es… geschafft?“ Talibas Stimme war kaum mehr als ein raues Flüstern.
Raya packte ihr Haar, zog ihren Kopf grob nach oben und sah ihr in die Augen. „Du hast doch nach deinen Eltern gesucht, nicht wahr?“
Sie öffnete den Beutel – und Talibas Blick traf die leblosen Augen ihres Vaters.
Ihr Atem stockte. Ihr Verstand weigerte sich, zu begreifen, was sie da sah.
Sein Gesicht war blass, eingefallen, die Augen weit offen in einem toten, leeren Blick. Ihr Magen zog sich krampfhaft zusammen, ihr Körper wurde eiskalt. Sie konnte nichts tun. Nichts fühlen. Nichts denken.
„Deine Mutter scheint auf dem Sklavenmarkt verkauft worden zu sein… aber deinen Vater hast du ja jetzt zurück.“
Die Welt verschwamm. Ihr Inneres zerbrach.
Alles, was sie noch gehalten hatte, war nun fort.
Langsam, wortlos, sank Taliba zu Boden, ihr Körper sackte in sich selbst zusammen. Ihre Augen schlossen sich, als wollte sie sich von der Realität abkapseln.
Es war vorbei.
Sie hatte verloren.
Sie hatte alles verloren.
„Versuch es jetzt noch einmal.“ Rayas Stimme klang nun wie aus weiter Ferne.
Und dann begannen die Schmerzen von neuem.
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Nach einer weiteren Stunde unvorstellbarer Qualen verstummten die letzten Schmerzensschreie, und eine bedrückende Stille legte sich über den Raum. Taliba lag regungslos auf dem kalten Steinboden, ihr Körper zuckte nur noch schwach, als würde ein letzter Funken Leben versuchen, sich festzuklammern. Doch in ihren weit aufgerissenen Augen lag nichts mehr – kein Schmerz, keine Angst, keine Wut. Nichts. Es war, als wäre ihre Seele aus ihrem Körper geflohen und hätte nur eine leere Hülle zurückgelassen.
Yaga trat langsam näher, sein Gesicht von einem triumphierenden Glanz durchzogen, während seine gelben Augen Talibas leblose Gestalt musterten. Er hockte sich neben sie, legte zwei Finger an ihre Kehle, spürte den schwachen Puls unter ihrer Haut und grinste zufrieden.
„Es hat geklappt.“ Seine Stimme war von leiser, vibrierender Befriedigung erfüllt. „Damit sollte er wieder in unsere Welt zurückgekehrt sein.“
Raya klatschte in die Hände, ihre Augen funkelten voller Stolz. „Sehr schön, sehr schön“, murmelte sie zufrieden, während ihr Blick durch den Raum wanderte. „Nach all den gescheiterten Versuchen… Endlich ist es uns gelungen.“
Leonhardt, der in einer dunklen Ecke des Raumes stand, beobachtete die Szene mit verschränkten Armen und einem ausdruckslosen Gesicht. Doch in ihm brodelte eine unerträgliche Frustration. Es war vorbei. Er hatte sein Spielzeug verloren. Die letzten Wochen hatten ihm eine perverse Freude bereitet – das Mädchen zu brechen, ihren Körper und Geist zu zerstören, hatte ihn auf eine Art und Weise befriedigt, die er nicht in Worte fassen konnte. Doch nun? Nun war sie nichts mehr.
Raya wandte sich ihm zu. „Bring sie auf das Zimmer.“
Leonhardt biss die Zähne zusammen. Wie er es hasste, wenn sie ihm Befehle erteilte. Doch er wusste, dass Widerstand zwecklos war. Raya stand über ihm in der Rangfolge. Also beugte er sich, wie er es immer tat. Ohne ein Wort hob er Talibas schlaffen Körper vom Boden.
Sie fühlte sich schwer an – nicht wegen ihres Gewichts, sondern wegen der absoluten Regungslosigkeit. Sie war nicht mehr das verzweifelte, widerstrebende Mädchen, das sich mit letzter Kraft gegen ihn gewehrt hatte. Sie war nur noch eine leere Hülle. Ein lebloser Gegenstand, den er durch die Katakomben trug, bis er das eigens für sie vorbereitete Zimmer erreichte.
Er warf sie auf das Bett, sie war nicht mehr wert als eine zerbrochene Puppe, und betrachtete sie genauer. Ihre Augen. Sie waren nicht mehr braun, nicht mehr leer und leblos. Ein düsteres, unnatürliches Rot glühte nun in ihnen, als würde ein Feuer tief in ihrer Seele brennen – ein Feuer, das selbst Leonhardt Unbehagen bereitete.
Er verharrte kurz, als wäre er sich nicht sicher, ob das Ding vor ihm noch Taliba war. Dann schnaubte er abfällig, drehte sich auf dem Absatz um und verließ den Raum, ohne ein weiteres Wort.
Yaga wartete bereits draußen auf ihn.
Leonhardt verschränkte die Arme vor der Brust und sah ihn abschätzig an. „Bist du zufrieden, Yaga?“ Seine Stimme triefte vor abgrundtiefer Verachtung.
Der Oni lächelte gelassen, fast amüsiert. „Ja, das bin ich.“ Er drehte sich halb zur Tür, hinter der Taliba nun lag. „Im besten Fall ist er wieder da. Im schlimmsten Fall hat sie seine Kräfte bekommen, ohne seinen Geist zu empfangen.“
Leonhardt verzog den Mund zu einem hässlichen Grinsen. „Also weißt du es selbst nicht genau?“
Yaga hob eine Augenbraue, sein Blick blieb ruhig. „Das ist unwichtig.“
Leonhardt knirschte mit den Zähnen. Er hasste Yaga. Er hasste ihn mehr als alles andere.
Nicht jetzt. Nicht hier. Nicht solange, bis sie ihr Ziel erreicht hatten.
Aber eines Tages… eines Tages würde er ihn töten. Er musste nur warten. Und dann würde er es genießen.



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